Gemeinsam gegen Gewalt: Landratsamt und AOK stärken Prävention an Schulen
Respektvoller Umgang und konstruktive Konfliktlösung gehören zu den Grundlagen wirksamer Gewaltprävention. Mit dem Präventionsprojekt „Auf Messers Schneide – Dein Moment. Deine Entscheidung“ setzen das Landratsamt Tuttlingen, die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg und das Polizeipräsidium Konstanz gemeinsam auf frühzeitige Sensibilisierung und konkrete Handlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.
Bei einem gemeinsamen Termin haben Bernd Mager, Sozialdezernent des Landkreises Tuttlingen, und Barbara Neff, stellvertretende Geschäftsführerin der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, die Kooperationsvereinbarung für das Projekt unterzeichnet. Die AOK unterstützt das Projekt finanziell und bringt sich als Gesundheitspartnerin in die Umsetzung ein. Ziel der Kooperation ist es, ein gesundes und wertschätzendes Schulumfeld zu fördern sowie Kinder und Jugendliche in ihrer Sozialkompetenz und einem verantwortungsvollen Umgang mit Konflikten zu stärken.
„Mit unserer Unterstützung möchten wir Schulen stärken und gemeinsam dazu beitragen, dass Jugendliche sicher, gesund und selbstbewusst aufwachsen können“, sagt Barbara Neff, stellvertretende Geschäftsführerin der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Im Mittelpunkt des Projekts steht das rund 45-minütige Präventionstheater „Auf Messers Schneide“ des Präventionstheaters MACH WAS. Das Stück greift lebensnahe Konfliktsituationen auf und zeigt, wie persönliche Krisen, Gruppendruck und ungelöste Konflikte zu Eskalationen führen können – aber auch, an welchen Punkten Jugendliche Entscheidungen treffen und Auswege finden können. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 oder 8 an weiterführenden Schulen sowie an berufliche Schulen im Landkreis Tuttlingen.
Polizei übernimmt wichtige Rolle bei der Nachbereitung
Ein zentraler Bestandteil des Angebots ist die pädagogische Nachbereitung im Anschluss an die Theateraufführung. Das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Konstanz, Standort Tuttlingen, ordnet gemeinsam mit den Jugendlichen die dargestellten Situationen ein und erarbeitet konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Alltag. Thematisiert werden unter die verschiedenen Gewaltformen, die Folgen von Gewalt für Opfer und Täter sowie ein angemessenes Opfer-, Zeugen- und Helferverhalten. Die Jugendlichen sollen lernen, Konflikte frühzeitig zu erkennen, deeskalierend zu handeln, Zivilcourage zu zeigen und gezielt Hilfe zu holen.
„Gewaltprävention braucht gemeinsames Handeln. Mit diesem Projekt geben wir Jugendlichen Orientierung und stärken sie darin, Konflikte frühzeitig zu erkennen und gewaltfreie Wege zu finden“, sagt Bernd Mager, Sozialdezernent des Landkreises Tuttlingen.
Fachwissen im Arbeitskreis gebündelt
Begleitet und weiterentwickelt wird das Projekt durch den Arbeitskreis Gewaltprävention im Landkreis Tuttlingen, der von Sylvia Broschk, Geschäftsführerin der Kommunalen Gesundheitskonferenz, koordiniert wird. Mitglieder sind das Gesundheitsamt und das Amt für Familie Kinder und Jugend des Landratsamts Tuttlingen, die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Konstanz, die Fachstelle Pflege und Selbsthilfe, Mutpol – Diakonische Jugendhilfe Tuttlingen e. V., die Schulpsychologische Beratungsstelle des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung, der WEISSE RING, die Psychologische Beratungsstelle der Evangelischen und der Katholischen Kirche sowie Phönix e. V. - gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch.
„Gewaltprävention gelingt dann besonders gut, wenn unterschiedliche Fachperspektiven zusammenkommen. Unser Arbeitskreis verbindet diese Kompetenzen und ermöglicht es uns, Jugendliche, Schulen und ihr Umfeld gemeinsam in den Blick zu nehmen. Zugleich stehen die beteiligten Fachexpertinnen und Fachexperten mit ihren jeweiligen Einrichtungen Ratsuchenden und Betroffenen bei Bedarf als Anlauf- und Unterstützungsangebote zur Verfügung. Damit wollen wir deutlich machen: Wer Unterstützung braucht, soll wissen, wohin er sich wenden kann und dass es Hilfe gibt“, sagt Sylvia Broschk, Geschäftsführerin der Kommunalen Gesundheitskonferenz. Die Auftaktveranstaltung am 30. Juni 2026 hat das Projekt vorgestellt und den eingeladenen weiterführenden Schulen einen Einblick in das Präventionstheater und die Nachbereitung gegeben. Nun sind die Schulen aufgerufen, das Angebot an ihre Schule zu holen. Dank der Unterstützung der AOK Schwarz-wald-Baar-Heuberg ist die Teilnahme für die Schulen kostenfrei.
Interessierte Schulen können sich direkt an das Polizeipräsidium Konstanz - Referat Prävention, Joachim Schön, PHK (Konstanz.pp.praevention.tut@polizei.bwl.de) oder an Dirk Scherer, AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg (dirk.scherer@bw.aok.de) wenden.