Neue Seniorenpolitische Rahmenkonzeption gibt Orientierung für die Zukunft
Älter werden gehört zum Leben dazu – und jeder Mensch erlebt diesen Lebensabschnitt anders. Während manche Menschen auch im hohen Alter aktiv und selbstständig bleiben, benötigen andere plötzlich Unterstützung, etwa nach einem Unfall oder einer Erkrankung. Die Frage, wie wir gutes und selbstbestimmtes Altern ermöglichen können, gewinnt deshalb immer mehr an Bedeutung.
Mit der neuen Seniorenpolitischen Rahmenkonzeption 2026–2040 zeigt der Landkreis Tuttlingen auf, wo die Herausforderungen der kommenden Jahre liegen und welche Lösungsansätze gemeinsam entwickelt werden können. Die erste Konzeption aus dem Jahr 2017 wurde überarbeitet, weil sich die Rahmenbedingungen in der Pflege deutlich verändert haben.
Das Pflegesystem steht bundesweit vor großen Herausforderungen: Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen ist stark gestiegen, gleichzeitig werden die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer in den kommenden Jahren zunehmend Unterstützung benötigen. Hinzu kommen steigende Pflegekosten, der Fachkräftemangel sowie die angekündigte Pflegereform.
Der Landkreis ist bereits gut aufgestellt
Der Landkreis Tuttlingen verfügt über eine große Erfahrung und Expertise in der Seniorenpolitik. Zahlreiche Aufgaben tragen bereits heute dazu bei, ältere Menschen und ihre Angehörigen zu unterstützen:
• Die Fachstelle für Pflege und Selbsthilfe berät umfassend zu allen Fragen rund um Pflege
• Die Grundsicherung im Alter (Sozialamt) hilft finanziell, wenn die Rente nicht reicht
• Die Hilfe zur Pflege unterstützt, wenn Pflegekosten nicht aus eigenen Mitteln finanziert werden können.
• Das Versorgungsamt (Sozialamt) betreut rund 18.000 schwerbehinderte Menschen
• Das Gesundheitsamt leistet mit seinem Engagement für die medizinische Versorgung einen wichtigen Beitrag für gesundes Altern.
• Darüber hinaus arbeitet das Landratsamt eng mit dem Kreisseniorenrat zusammen.
Rund 90 Prozent aller Pflegebedürftigen werden im Landkreis zuhause versorgt – meist durch Angehörige, unterstützt von ambulanten Pflegediensten, Nachbarschaftshilfen, ehrenamtlichen Angeboten und Beratungsstellen. Diese Angebote müssen stabilisiert und nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden. Auch die stationäre Versorgung in den Pflegeeinrichtungen ist weiterhin gesichert.
Die neue Konzeption zeigt aber auch: Die Herausforderungen der Zukunft können nicht allein durch staatliche Angebote bewältigt werden. Die Unterstützung im direkten Lebensumfeld, in den Städten und Gemeinden sowie das Engagement der Bürgerinnen und Bürger werden immer wichtiger. Nachbarschaft, Ehrenamt und gegenseitige Unterstützung leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können.
Die Kommunen können diese zusätzlichen Aufgaben allerdings nicht allein tragen. Bereits heute sind viele Städte und Gemeinden bei der Daseinsvorsorge an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Damit sie ihre wichtige Rolle als Ermöglicher vor Ort wahrnehmen können, braucht es eine stärkere finanzielle und personelle Unterstützung durch das Land und die Pflegekassen, aber am Ende eben auch mehr Eigenvorsorge und mehr Eigenverantwortung. Insbesondere die Strukturen zur häuslichen Versorgung am Wohnort sind zu stärken.
Mit dem nun vorliegenden Abschlussbericht verfügt der Landkreis Tuttlingen über eine fundierte Grundlage, um neue Projekte anzustoßen und die Seniorenpolitik zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ziel bleibt es, dass Menschen auch künftig im Landkreis Tuttlingen gut, selbstbestimmt und menschenwürdig älter werden können.
Den vollständigen Abschlussbericht zur Seniorenpolitischen Rahmenkonzeption 2026–2040 finden Sie hier.