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Kreisseniorenrat tauscht sich mit Landrat Stefan Bär aus

Beim jährlichen Austausch zwischen dem Vorstand des Kreisseniorenrats und Landrat Stefan Bär standen aktuelle Herausforderungen in der Gesundheits- und Pflegeversorgung im Mittelpunkt. Kreisseniorenratsvorsitzender Anton Stier betonte dabei die große Bedeutung der kommunalen Ebene: „Seniorenarbeit ist kommunale Arbeit.“

Vor dem Hintergrund der bundesweit diskutierten Krankenhaus- und Pflegereformen waren sich die Gesprächspartner einig, dass Veränderungen notwendig sind. „Mit den bestehenden Strukturen stoßen wir zunehmend an die Grenzen der Leistungsfähigkeit“, erklärte Landrat Stefan Bär. Allein die Sozialausgaben des Landkreises belaufen sich auf rund 145 Millionen Euro. Davon müssen etwa 85 Millionen Euro aus eigenen Haushaltsmitteln finanziert werden. Die Aufwendungen für Eingliederungs- und Jugendhilfe liegen zusammen bei rund 50 Millionen Euro.

Landrat Bär sprach sich für dringend erforderliche Reformen aus. Neben einer stärkeren Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger seien insbesondere der Abbau von Bürokratie sowie eine nachhaltige Sicherung der sozialen Systeme notwendig.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die pflegerische Versorgung älterer Menschen. Der überwiegende Teil der Seniorinnen und Senioren im Landkreis lebt selbstständig. Rund 90 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt – mit Unterstützung von Angehörigen, Nachbarschaftshilfevereinen und ambulanten Pflegediensten. Dieses bewährte System müsse weiter gestärkt werden, da stationäre Pflegeeinrichtungen aufgrund der angespannten Personal- und Finanzsituation vielerorts an ihre Grenzen stoßen. Anton Stier hob in diesem Zusammenhang die wichtige Arbeit des Pflegestützpunktes hervor, der Betroffene und Angehörige bei der Organisation und Planung von Pflegeleistungen unterstützt.

Ebenfalls Thema war die Seniorenpolitische Rahmenkonzeption des Landkreises, an dessen Erarbeitung der Kreisseniorenrat entscheidend mitgewirkt hat. Die Neufassung der Konzeption wird dem Kreistag in der nächsten Sitzung vorgestellt.

Besondere Aufmerksamkeit galt zudem der Gesundheitsversorgung im Landkreis. Der Kreisseniorenrat begrüßte ausdrücklich, dass das Klinikum weiterhin in kommunaler Trägerschaft geführt wird. „Dies muss auch künftig das Ziel bleiben“, betonte Anton Stier. Landrat Bär verwies darauf, dass das deutsche Gesundheitswesen vor großen strukturellen Herausforderungen stehe. Viele Krankenhäuser befänden sich in wirtschaftlich sehr schwierigen Situationen und die Defizite der Krankenhäuser steigen bundesweit seit Jahren an. Trotz steigender Kosten und wachsender Anforderungen an Personal, Ausstattung und Infrastruktur werden notwendige Ausgaben nicht ausreichend gegenfinanziert.

Mit der Weiterentwicklung des Gesundheitszentrums Spaichingen setzt der Landkreis zudem gezielt auf die Stärkung der ambulanten Versorgung. Die Mitglieder des Kreisseniorenrates würdigten die hohe Qualität der ärztlichen und pflegerischen Leistungen am Klinikum als auch die ambulanten Angebote des MVZ und des Gesundheitszentrums Spaichingen.

Abschließend blickten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den erfolgreichen Kreisseniorentag zurück. Der Kreisseniorenrat dankte allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, insbesondere den jungen Akteurinnen und Akteuren, den beteiligten Seniorinnen und Senioren sowie dem Musikverein Gosheim unter Vorsitz von Michael Stier für die hervorragende Organisation und das große Engagement.

Auch Landrat Stefan Bär bedankte sich beim Kreisseniorenrat und all seinen Mitgliedern für den engagierten und unermüdlichen Einsatz für die Belange älterer Menschen im Landkreis Tuttlingen sowie für die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis.