Kreisverwaltung bringt Haushalt für das Jahr 2026 in den Kreistag ein
Die Kreisverwaltung hat den Haushaltsplan für das Jahr 2026 in den Kreistag eingebracht. Der Entwurf umfasst ordentliche Erträge in Höhe von 317.749.100 EUR und Aufwendungen von 316.764.200 EUR. Bei der Einbringung des Haushalts betonte Landrat Bär die angespannte finanzielle und wirtschaftliche Lage, die sich auch auf die kommunalen Haushalte auswirkt: „Die öffentlichen Haushalte stehen mit dem Rücken an der Wand.“
Zur Gewährleistung eines ausgeglichenen Haushalts schlägt die Verwaltung vor, den Kreisumlagehebesatz um 3,6 Prozentpunkte auf 36,9 Prozent anzuheben: „Wir müssen sicherstellen, dass wir auch unter den schwieriger werdenden Bedingungen handlungsfähig bleiben und unsere Aufgaben zum Wohle unserer 145.000 Einwohner erfüllen können“, erklärte Landrat Stefan Bär. Mit der Erhöhung der Kreisumlage schließt der Ergebnishaushalt im Entwurf mit einem positiven Ergebnis von 0,98 Mio. EUR. Der Zahlungsmittelüberschuss liegt bei 6,645 Mio. EUR und erwirtschaftet neben der Tilgung auch einen Eigenanteil an den Investitionen in Höhe von 20 %. Damit erfüllt der Haushaltsentwurf die strategischen Zielwerte, die der Kreistag vor dem Hintergrund der großen anstehenden Investitionen im Frühjahr 2025 festgelegt hatte.
„Wir wissen, dass wir den Städten und Gemeinden mit der Erhöhung der Kreisumlage in ebenfalls schwierigen Haushaltssituationen eine zusätzliche Belastung zumuten. Andererseits sind Investitionen in die Gesundheitsversorgung und die berufliche Bildung nicht nur gesetzliche Pflichtaufgaben des Landkreises, sondern seit Jahren die politisch vorgegebenen priorisierten Handlungsfelder, von denen am Ende auch alle Städte und Gemeinden profitieren“, fügte Bär hinzu.
Dank des guten Jahresabschlusses 2024 kann der Landkreis im Jahr 2026 nochmals auf vorhandene Liquidität zurückgreifen. Diese wird jedoch voraussichtlich bis 2027 auf die gesetzliche Mindestliquidität abgeschmolzen sein.
Auch im Jahr 2026 wird der Sozialaufwand weiterhin eine bedeutende Herausforderung darstellen. Der ordentliche Sozialhaushalt steigt um 3 Mio. EUR auf rund 78,71 Mio. EUR. Der größte Block im Sozialbereich sind die Ausgaben für die Eingliederungshilfe. Diese liegen im Landkreis Tuttlingen bei rund 34,5 Mio. EUR.
Ein weiterer erheblicher Kostenfaktor ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), einschließlich der Schülerbeförderung. Das Defizit in beiden Bereichen beläuft sich mittlerweile auf rund 12,7 Mio. EUR. Hier hat es in den vergangenen Jahren erhebliche Steigerungen gegeben, insbesondere bei den Kosten für die erbrachten Fahrleistungen.
Die größte Belastung aller Landkreise bundesweit stellt weiterhin die stationäre Gesundheitsversorgung dar. In den vergangenen fünf Jahren wurden insgesamt fast 17 Mio. EUR an Betriebskostenzuschüssen an das Klinikum geleistet. Bis 2030 sind weitere Zuschüsse in Höhe von 30 Mio. EUR zu erwarten. Für das Jahr 2026 ist ein Defizitausgleich für das Klinikum in Höhe von 6 Mio. EUR vorgesehen.
Der Haushalt 2026 sieht ein Investitionsvolumen von 15,8 Mio. EUR vor, das insbesondere in wichtige Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur fließen wird, wie die Erweiterung der Johann Peter Hebel-Schule, der Neubau der Werkstätten an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule sowie die Sanierung des Gesundheitszentrums in Spaichingen. Auch für den zweiten Bauabschnitt der Straßenmeisterei Harras sind Mittel eingestellt, ebenso wie für den Grunderwerb für das geplante Personalwohnheim für das Klinikum und ein Grundstück für einen neuen Straßenmeistereistützpunkt im südlichen Kreisgebiet.
Nach Abzug von Zuschüssen und eigenen Mitteln bleibt ein Finanzbedarf von 13,25 Mio. EUR, der letztmals aus der verbleibenden Liquidität gedeckt werden kann. Deshalb kommt der Haushalt 2026 ohne Kreditaufnahmen aus.
„Der Haushalt 2026 darf nicht isoliert betrachtet werden. Es ist entscheidend, auch einen Blick in die Zukunft zu werfen“, betonte Landrat Bär. „Wir haben heute die Verantwortung, die finanziellen Grundlagen für die kommenden Jahre zu legen.“
Der Haushalt wird in den kommenden Wochen in den Ausschüssen des Kreistags beraten und soll abschließend in der Kreistagssitzung am 15. Januar 2026 verabschiedet werden.