Inhalt

Workshops

Das Kreisarchiv Tuttlingen bietet im Rahmen seiner bildungspolitischen Arbeit auch vertiefende Workshops (ca. 5 Schulstunden) zu ausgewählten Themen an. Diese können auf Wunsch mit einer Archivführung im Landratsamt kombiniert oder direkt in den Schulen durchgeführt werden. Mögliche Themen: Verfolgung im Nationalsozialismus, die Geschichte der Schriftlichkeit u.v.m. Die Schülerinnen und Schüler werden nicht nur durch spannende Inhalte angeregt, sondern arbeiten vor allem selbst aktiv mit authentischen Materialien und Dokumenten. Regionale Quellen und Lebensgeschichten früherer Generationen schaffen dabei eine direkte Verbindung zur eigenen Lebenswelt und machen Geschichte anschaulich und greifbar.

Zuwanderung

Migration und Zuwanderung haben den Landkreis Tuttlingen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges stark geprägt. In den vergangenen Jahrzehnten kamen u.a. Heimatvertriebene, »Gastarbeiter«, (Spät-)Aussiedler, Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylsuchende in den Landkreis Tuttlingen. Das Kreisarchiv und Kulturamt erarbeitete im Projekt zur »Zuwanderung in den Landkreis Tuttlingen von 1945 bis heute« bereits eine Ausstellung, einen Interviewfilm und eine umfangreiche Publikation. Im Rahmen einer Sonderführung möchten wir die Erkenntnisse des Projektes nun auch den jungen Menschen des Landkreises Tuttlingen vermitteln.

Nach einer allgemeinen Führung durch die Räumlichkeiten des Kreisarchivs, in der wir die Aufgaben und die umfangreichen Bestände des Kreisarchivs vorstellen, werden wir das Schicksal von verschiedenen Zuwandergruppen anhand ausgewählter Schriftstücke präsentieren. Im Interviewfilm werden Zuwanderer auch selbst zu Wort kommen. Die Schülerinnen und Schüler lernen dadurch, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es zwischen den Zuwandergruppen gibt und bekommen einen vergleichenden Blick auf deren Fluchtursachen, den Weg nach Deutschland und die Integration in die deutsche Gesellschaft.  

Das Angebot des Kreisarchivs richtet sich an die Klassenstufen 9 bis 13 der Realschulen und Gymnasien und wird dem Altersniveau der Schülerinnen und Schüler jeweils entsprechend angepasst.

Ort: Kreisarchiv- und Kulturamt Tuttlingen
Bahnhofstraße 100
78532 Tuttlingen

Dauer: 90 Minuten (2 Schulstunden)

Teilnehmerzahl: max. 25 Schülerinnen und Schüler

Klassenstufe: 9 bis 13

Ansprechpartner: Dr. Hans-Joachim Schuster
E-Mail: hj.schuster@landkreis-tuttlingen.de,
Telefon: 07461 926-3101
Joachim Majer
E-Mail: j.majer@landkreis-tuttlingen.de,
Telefon: 07461 926-3105  

Verfolgung im Nationalsozialismus

NS-»Euthanasie« im Landkreis Tuttlingen

Die nationalsozialistische Ideologie der »Rassenhygiene« führte zur systematischen Ausgrenzung und Ermordung von Menschen mit physischen oder psychischen Behinderungen. Mehr als 100 Menschen aus dem Landkreis Tuttlingen fielen dem NS-»Euthanasieprogramm« zum Opfer – darunter auch Kleinkinder. Der fünfstündige Workshop des Kreisarchivs Tuttlingen thematisiert dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte mit besonderem Fokus auf die lokalen Geschehnisse und Opfer.

Nach einer Einführung in die Ideologie des Nationalsozialismus, erarbeiten die Schülerinnen und Schüler anhand von Schrift- und Bildquellen, welche Menschen als »wertvoll« und welche als »minderwertig« angesehen wurden und wie Ungleichheit im Nationalsozialismus kommuniziert wurde.

Der zweite Teil des Workshops widmet sich dem Aufbau und Ablauf des NS-»Euthanasieprogramms«. Anhand von Originalquellen, wie Briefen, Transportlisten oder Krankenakten, erarbeiten die Schülerinnen und Schüler daraufhin die Biografien und Schicksale ausgewählter Opfer aus dem Landkreis Tuttlingen. Menschen, die in den Heimatorten oder Nachbarorten der Schülerinnen und Schüler aufgewachsen sind, dort gelebt haben und schließlich ermordet wurden.

Am Ende des Seminars werden die Verbindungslinien zwischen der NS-»Euthanasie« und der millionenfachen Ermordung von Menschen in der »Shoah« aufgezeigt. Durch die Auseinandersetzung mit lokalen Schicksalen wird die Vergangenheit greifbar – das Seminar verdeutlicht die Konsequenzen von Ausgrenzung, Diskriminierung und menschenverachtender Ideologie.

Das Seminar kann wahlweise in den Konferenzräumen des Landratsamtes oder direkt vor Ort in der Schule abgehalten werden. Die Dauer des Workshops beträgt ca. fünf Schulstunden und richtet sich an die Klassenstufen 9-13 aller Schulformen. Je nach Klassengröße und Altersstufe ist die Anwesenheit zweier unterstützender Lehrkräfte von Vorteil.

Ort: Kreisarchiv- und Kulturamt Tuttlingen, Bahnhofstraße 100, 78532 Tuttlingen

Dauer:  5 bis 6 Schulstunden

Teilnehmerzahl: max. 25 Schülerinnen und Schüler

Klassenstufe: 9 bis 13

Ansprechpartner: Nils Bambusch
E-Mail: n.bambusch@landkreis-tuttlingen.de,
Tel: 07461 926-3102),
Janine Fischer-Höhn
E-Mail: j.fischer-hoehn@landkreis-tuttlingen.de,
Tel: 07461 926-3108)

Geschichte der Schriftlichkeit

Eine Welt ohne Schrift, ist heute nicht mehr vorstellbar – doch viele Jahrtausende lang, war das gesprochene Wort die einzige Möglichkeit der Kommunikation. Erst mit der Erfindung der Schrift wurde die Weitergabe von Informationen und Gedanken in einer unveränderten und beständigen Form möglich. Nachrichten, Wissen und Überlieferungen konnten mit der Entwicklung der Schrift erstmals auch über größere Entfernungen und an spätere Generationen unverfälscht weitergegeben werden. Erst die Schrift ermöglichte das Entstehen immer komplexerer Prozesse, Strukturen und Gesellschaften. Und nur dank der Schrift, können wir heute noch so vieles über die Geschichte der Menschheit erfahren. Anlass genug, um der Entwicklung des Schriftgutes, einen näheren Blick zu widmen:

In unserem Archiv-Workshop zum Thema Schriftlichkeit laden wir die Schülerinnen und Schüler dazu ein, die Geschichte der Schrift von ihren Anfängen bis heute kennenzulernen. Hierfür führen wir die Kinder anhand von Impuls-Vorträgen und thematischer Gruppenarbeiten sowohl in die Welt der ägyptischen Hieroglyphen als auch zur Entstehung des uns bekannten Alphabetes in die Zeit von Antike und Mittelalter bis hin zum heutigen Erleben und Verwenden von Sprache. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Repliken und Originalen verschiedenste Materialien, Werkzeuge und Hilfsmittel kennen, die es in der Vergangenheit brauchte, um das gesprochene Wort in Form von Schrift dauerhaft festzuhalten. Ein Ausblick auf die neuesten Medien und Möglichkeiten sowie Gefahren der Technik im Hinblick auf Informationsweitergabe und Schriftgut darf an dieser Stelle nicht fehlen. Daneben bekommen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Archivräumlichkeiten des Landkreises, lernen dessen eindrucksvolle Bestände kennen und erfahren, welche Aufgaben einem Archiv in unserer Gesellschaft obliegen.

Der Archiv-Workshop zum Thema Schriftlichkeit ist anhand des Bildungsplanes für die Klassenstufen 5 bis 8 konzipiert und wird dem Altersniveau der Schülerinnen und Schüler jeweils entsprechend angepasst. Das Thema der Schriftlichkeit kann hier als Ergänzung der Themengebiete rund um das alte Ägypten sowie das antike Griechenland und Rom betrachtet werden. Zudem kann der Blick auf die Geschichte der Schriftlichkeit als verbindendes Element der Schwerpunkte zu den Lebenswelten des europäischen Mittelalters, dem Sonderfall Stadt, der Kirche und der Ständegesellschaften eingebracht werden.

Auf Wunsch bieten wir Ihnen den Workshop zum Thema Schriftlichkeit auch ohne Führung durch unsere Archivräumlichkeiten als Vororttermin an Ihrer Schule an.

Ort: Kreisarchiv- und Kulturamt Tuttlingen
Bahnhofstraße 100
78532 Tuttlingen

Dauer:  4 bis 5 Schulstunden

Teilnehmerzahl: max. 25 Schülerinnen und Schüler

Klassenstufe: 5 bis 8

Ansprechpartnerin: Janine Fischer-Höhn
E-Mail: j.fischer-hoehn@landkreis-tuttlingen.de,
Telefon: 07461 926-3108


Geschichte der Schriftlichkeit für Grundschulen

Grundschulen sind der Ort, an dem Kinder heutzutage erstmals selbst Akteure in der Welt der Zeichen und Buchstaben werden – hier lernen sie ganz selbstverständlich das Lesen und Schreiben. Eine Welt ohne Schrift, ist heute schlicht nicht mehr vorstellbar, doch viele Jahrtausende lang war das gesprochene Wort die einzige Möglichkeit der Kommunikation. Erst mit der Erfindung der Schrift wurde die Weitergabe von Informationen und Gedanken in einer unveränderten und beständigen Form möglich. Nachrichten, Wissen und Überlieferungen konnten mit der Entwicklung der Schrift erstmals auch über größere Entfernungen und an spätere Generationen unverfälscht weitergegeben werden. Erst die Schrift ermöglichte das Entstehen immer komplexerer Prozesse, Strukturen und Gesellschaften. Und nur dank der Schrift, können wir heute noch so vieles über die Geschichte der Menschheit erfahren. Anlass genug, um der Entwicklung des Schriftgutes einen näheren Blick zu widmen:

In unserem Grundschul-Workshop zum Thema Schriftlichkeit laden wir die Schülerinnen und Schüler auf eine altersgerechte Weise dazu ein, die Geschichte der Schrift von ihren Anfängen bis heute kennenzulernen. Hierfür führen wir die Kinder anhand kurzer Präsentationen und anschließender Gruppenarbeiten sowohl in die Welt der ägyptischen Hieroglyphen als auch zur Entstehung des uns bekannten Alphabetes in die Zeit von Antike und Mittelalter bis hin zum heutigen Erleben und Verwenden von Sprache. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Repliken und Originalen verschiedenste Materialien, Werkzeuge und Hilfsmittel kennen, die es in der Vergangenheit brauchte, um das gesprochene Wort in Form von Schrift dauerhaft festzuhalten. Ein Ausblick auf die neuesten Medien und Möglichkeiten sowie Gefahren der Technik im Hinblick auf Informationsweitergabe und Schriftgut darf an dieser Stelle nicht fehlen.

Der Workshop beinhaltet drei Blöcke mit jeweils anregend gestalteten Impuls-Vorträgen sowie thematisch anschließenden Projektarbeiten:

Von den Anfängen der Sprache und der Schrift bis zu den ägyptischen Hieroglyphen 

  • Projektarbeit „Name auf Papyrus“ – jede Schülerin/jeder Schüler darf ein Lesezeichen aus Papyrus mit seinem Namen als Hieroglyphen gestalten

 Vom Piktogramm zum Alphabet

  • Projektarbeit „Teilnahmeurkunde“ – jede Schülerin/jeder Schüler darf seinen Namen, die Schule und das Datum mithilfe von Feder und Tinte auf einer Teilnahmeurkunde aus Urkundenpapier eintragen

Von der Erfindung des Buchdrucks hin zu Smartphone und Tablet

  • Projektarbeit „Symbolrätsel“ – jede Schülerin/jeder Schüler erhält ein der Altersstufe angepasstes Symbolrätsel als simplen Text zum Übersetzen der „Schrift der Zukunft“
  • Je nach verbleibender Zeit kann dieses Rätsel auch als Hausaufgabe oder Nachbereitung des Workshops dienen

Ort: Wir kommen zu Ihnen!

Dauer: ca. 4 Schulstunden

Klassenstufe: 1-4

Ansprechpartnerin: Janine Fischer-Höhn
E-Mail: j.fischer-hoehn@landkreis-tuttlingen.de,
Telefon: 07461926-3108