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Stromnetz auf dem Heuberg am Limit: Netze BW legt Maßnahmenpaket für Wachstum und Versorgungssicherheit vor

Der Heuberg wächst – wirtschaftlich und technisch. Neue Gewerbeflächen, das vorgesehene interkommunale Gewerbegebiet am Heuberger Kreuz, Rechenzentren, große Batteriespeicher und die Einspeisung erneuerbarer Energien erhöhen den Bedarf. Die Kapazitäten im Mittel- und Hochspannungsnetz sind vielerorts nahezu ausgeschöpft.

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Netze BW hat deshalb den Austausch mit Kommunen, Gewerbe und Industrie, der Heuberg Energie GmbH sowie dem Wirtschaftsverband Heuberg GmbH intensiviert und ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Es verbindet Übergangslösungen mit langfristigem Ausbau. Damit sollen zusätzliche Anschlusswünsche teilweise bereits heute ermöglicht und in den kommenden Jahren neue Leitungs- und Umspannwerkskapazitäten geschaffen werden. Netze BW setzt auf eine bedarfsgerechte Kombination aus besserer Nutzung vorhandener Kapazitäten und gezieltem Netzausbau.

Fast eine Milliarde Investitionen ins Stromnetz jährlich in Baden-Württemberg

Bis 2030 plant Netze BW jährlich fast eine Milliarde Euro für die Stromnetze in Baden-Württemberg ein. Allein im Landkreis Tuttlingen waren es 2025 rund 20 Millionen Euro. Auch auf dem Heuberg stehen Ausbau, Verstärkung und Modernisierung im Mittelpunkt. Besonders stark ausgelastet ist das Umspannwerk Gosheim. Sein Ausbau befindet sich in der Konzeptionierung und soll Anfang 2031 abgeschlossen sein. Die Umspannwerke Spaichingen und Tuttlingen werden bis Ende 2026 erweitert, Fridingen an der Donau bis Ende 2032. Außerdem sollen die Hochspannungsleitungen zwischen Trossingen und Tuttlingen sowie zwischen Engstlatt und Dotternhausen verstärkt werden. Nach heutigem Stand entstehen dadurch rund 50 Megawatt zusätzliche Netzkapazität für die Region – das entspricht dem Strombedarf von etwa 25.000 Haushalten.

Das interkommunale Gewerbegebiet am Heuberger Kreuz befindet sich noch in der kommunalen Anfangsplanung. Netze BW steht dazu in engem Austausch mit den Verantwortlichen. Die Planung sieht vor, das Gebiet bei entsprechendem Bedarf über das Umspannwerk Gosheim zu versorgen.

Warum mehr Netzkapazität Zeit braucht

Der Netzausbau folgt dem konkreten Bedarf und Netzbetreiber dürfen Stromnetze nicht auf Vorrat ausbauen. Der gesetzliche Rahmen für Klimaschutz hat den Umbau des Energiesystems beschleunigt und damit die Anforderungen an die Netze deutlich erhöht. Der Ausbau kann dennoch nicht überall gleichzeitig erfolgen: In vielen Regionen Baden-Württembergs steigt der Bedarf parallel. Zudem braucht es Standorte, Material, Fachfirmen und Genehmigungen. Jeder Maststandort benötigt ein eigenes Genehmigungsverfahren. Das beansprucht Zeit und Kapazitäten – auch bei den zuständigen Behörden. „Der Heuberg ist eine der Regionen im Land, in denen die Netzkapazität im Mittel- und Hochspannungsnetz aktuell sehr angespannt ist“, sagt Steffen Ringwald, Geschäftsführer der Netze BW. „Uns ist bewusst, dass unzureichende Anschlusskapazitäten die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung deutlich ausbremsen können. Genau deshalb wollen wir die bestehenden Kapazitäten besser zur Verfügung stellen und gleichzeitig den Ausbau entschlossen vorantreiben.“

Übergangslösungen für mehr Spielraum

Flexible Netzanschlussvereinbarungen können Anschlüsse ermöglichen, bevor der Netzausbau abgeschlossen ist. Wenn Bestandskund*innen das Netz nicht voll auslasten, können neue Anlagen in diesen Zeiten Strom beziehen oder einspeisen. Netze BW erprobt das Instrument in fünf Pilotprojekten. Über ein neues Vergabeverfahren sollen weitere 31 Vereinbarungen angeboten werden. „Für Betriebe auf dem Heuberg kann das den Unterschied machen zwischen: Wir müssen warten – und: Wir können mit Einschränkungen starten und wachsen“, erklärt Fred Oechsle, Leiter Netzmanagement Strom bei Netze BW. „Sie ersetzen den Netzausbau nicht, können aber in der Übergangszeit Spielräume schaffen.“

Was die Situation für Haushalte und kleinere Betriebe bedeutet

Für Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe im Niederspannungsnetz ändert sich in der Regel nichts. Sie sind von den aktuellen Engpässen im Mittel- und Hoch-spannungsnetz nicht betroffen. Eine typische Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhausdach kann weiterhin in 95 Prozent der Fälle problemlos angeschlossen werden.

Der Heuberg steht vor einer entscheidenden Phase: Die Region braucht zusätzliche Netzkapazität, um wirtschaftliche Entwicklung, neue Technologien und künftige Energiebedarfe zu verbinden. „„Die hohe Dynamik bei Elektrifizierung, Digitalisierung und industrieller Entwicklung zeigt, wie wichtig eine vorausschauende Netzentwicklung ist. Unser Ziel ist es, die dafür erforderlichen Kapazitäten frühzeitig bereitzustellen“, sagt Steffen Ringwald. „Leistungsfähige Stromnetze sind eine wichtige Grundlage für den Wirtschaftsstandort und den Lebensraum Baden-Württemberg.“

Pressemitteilung der Netze BW