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2022/08: Neues Bundesförderprogramm

Autor/in: Forstamt

Das BMEL hat gestern das schon länger erwartete neue Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ veröffentlicht. Das deutsche Bundeslandwirtschaftsministerium stellt bis 2026 900 Mio. € Fördermittel zur Entwicklung zukunftsfester Wälder zur Verfügung. 200 Mio. € sind bis Jahresende bereits abrufbar. Im Folgenden finden Sie die vorliegenden Hinweise zum Programm:

Hier das Wichtigste in Kürze:

  • Mit der Förderung verpflichten sich die antragstellenden Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, in den nächsten 10 Jahren 11 Kriterien bei der Waldbewirtschaftung zu beachten. Forstbetriebe über 100 ha müssen zusätzlich 5% ihrer Waldflächen für 20 Jahre aus der Bewirtschaftung nehmen (12. Kriterium).
  • Die Fördersätze betragen zwischen 55 EUR/ha*a und 100 EUR/ha*a
  • Inhaltlich vergleichbare Förderungen (z.B. Jungbestandspflege), die ein Forstbetrieb im Zuge der klassischen forstlichen Maßnahmenförderung erhalten hat, müssen bei der Antragstellung angegeben werden.
  • Interessierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer müssen die Förderung direkt bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) beantragen. Die Förderung kann ausschließlich online über die Internetseite www.klimaanpassung-wald.de beantragt werden.
  • Die Einhaltung der Förderkriterien wird über ein neues, zusätzliches Waldzertifikat von PEFC oder FSC sichergestellt. Die Zertifizierung erfolgt jedoch erst, wenn die Förderung beantragt und von der FNR bewilligt wurde. Die Zertifizierung wird sowohl für Einzelbetriebe als auch gesammelt über die Forstbetriebsgemeinschaften möglich sein. Näheres zum Zertifizierungsverfahren wird noch veröffentlicht.
  • Weitere Auskünfte zum BMEL-Förderprogramm erteilt die FNR per E-Mail unter klimaanpassung-wald@fnr.de oder telefonisch unter 03843/6930-600 (Mo-Do 9:00 – 14:00 Uhr, Fr 9:00 – 11.00 Uhr).

Hier die zwölf Kriterien im Überblick:

  • Vorausverjüngung ist Pflicht
  • Vorfahrt für Naturverjüngungen geben
  • Standortheimische Baumarten verwenden
  • Natürliche Entwicklung auf kleinen Freiflächen zulassen
  • Größere Baumartendiversität schaffen
  • Große Kahlflächen vermeiden
  • Mehr Totholz für mehr Leben
  • Mehr Lebensräume mit Habitatbäumen schaffen
  • Größerer Rückegassenabstand: Begrenzung der Bodenverdichtung
  • Pflanzen natürlich gesund erhalten
  • Wasserhaushalt verbessern
  • Raum für natürliche Waldentwicklung geben