Automatisch zählen, besser steuern
Wer fährt eigentlich wann, wie oft und mit welchem Bus durch den Landkreis? Diese Frage ist für die Planung und Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs entscheidend. Um hier zuverlässige Antworten zu bekommen, setzt der Landkreis Tuttlingen künftig auf automatische Fahrgastzählsysteme (AFZS).
Bislang wurden die Fahrgastzahlen häufig manuell erfasst – aufwendig, teuer und vor allem nicht kontinuierlich. Die neuen digitalen Zählsysteme erfassen in Echtzeit, wie viele Menschen ein- und aussteigen. Dadurch können Verkehrsangebote genauer auf die tatsächlichen Bedürfnisse abgestimmt werden. Das verbessert die Planungssicherheit und trägt dazu bei, dass Schüler, Berufspendler und Gelegenheitsfahrer künftig noch besser ans Ziel kommen.
Der Landkreis hat dafür einen europaweiten Ausschreibungsprozess gestartet und wird die ersten Busse im Sommer 2025 mit der neuen Technik ausstatten. In einer gemeinsamen regionalen Kooperation werden die Daten dann gebündelt und ausgewertet – so profitieren auch benachbarte Landkreise von aussagekräftigen Zahlen und einer besseren Verkehrssteuerung.
Der Einbau der Technik erfolgt möglichst außerhalb der Schulzeiten, um den laufenden Busbetrieb nicht zu stören. Nach einer intensiven Testphase im Herbst 2025 soll das System ab Anfang 2026 regelmäßig belastbare Daten liefern.
Diese Daten sind die Grundlage für den geplanten Nahverkehrsplan des Landkreises. Nur mit verlässlichen Informationen über das tatsächliche Fahrgastaufkommen können Buslinien optimiert, Wartezeiten verkürzt und neue Verbindungen geschaffen werden. Ziel ist es, den ÖPNV attraktiver zu machen und die Mobilität im gesamten Landkreis nachhaltig zu stärken.
So verbindet der Landkreis moderne Technik mit strategischer Planung, um die Lebensqualität vor Ort zu verbessern – denn Mobilität ist ein Schlüssel für eine zukunftsfähige Region.