Diese Webseite verwendet Cookies, um das Sammeln und Analysieren statistischer Daten in anonymisierter Form zu ermöglichen.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Direkt zu:
Pressemitteilungen
13.01.2021

Stundenweiser Vermietung von Skiliften steht rechtlich nichts im Wege - Landrat appelliert an Verantwortungsbewusstsein eines jeden Betreibers

Nachdem Wortlaut der neuen Corona Verordnung wäre der Skiliftbetrieb grundsätzlich nicht mehr zulässig gewesen. Deshalb kam es im Laufe des gestrigen Nachmittages vermehrt zu Rückfragen bzgl. der Vermietung von Skiliften an Privatpersonen, Privathaushalte und Familien. Aus gegebenem Anlass hat sich das Landratsamt Tuttlingen noch einmal mit dem Ministerium für Soziales und Integration in Verbindung gesetzt. Daraufhin äußerte sich das Sozialministerium wie folgt: 

Das stundenweise Vermieten von Skiliften, ist in der Tat eine besondere Auslegungsfrage. Hier gilt für die weitläufigen Außensportanlagen, dass diese ausnahmsweise - unter den zugelassenen Personenkonstellationen für den Publikumsverkehr offen sind. Publikumsverkehr heißt in dem Sinne, dass die Einrichtungen im Rahmen ihrer Öffnungszeiten grundsätzlich jedermann zur Nutzung offenstehen. Diese Außensportanlagen sind im Rahmen des Wintersports die Skipisten. Nach unserer Auslegung ist eine Skiaufstiegsanlage als Teil der Skipiste auch eine Sportanlage (bzw. Teil einer Sportanlage), da sie für die Nutzung in der Regel notwendig ist. Hier haben wir daher durch den Wortlaut im Wege der Rückausnahme den Betrieb von Skiaufstiegsanlagen für den Publikumsverkehr untersagt.

Das stundenweise Anmieten ist dagegen kein Publikumsverkehr mehr, da die Nutzung in der reservierten Zeit gerade nicht mehr jedermann offensteht. Im Wege der Auslegung haben wir diese Praxis ausnahmsweise zugelassen, da die Skipisten nicht pauschal gesperrt sind.

Damit steht einer Verlängerung der bisher an einigen Skiliften im Landkreis gelebten Praxis nichts im Wege. Voraussetzung sind entsprechende Konzepte zur Einhaltung von Corona-Regelungen und Hygienevorschriften, die den Gemeinden zur Abstimmung vorzulegen sind. Dennoch bittet Landrat Stefan Bär um eine Risikoabwägung und appelliert an den gesunden Menschenverstand. „Nicht alles was rechtlich möglich ist, ist derzeit auch sinnvoll zu tun“, zeigt sich der Landrat zurückhaltend im Umgang mit der Vermietung von Skiliften. „Nicht jedes gesetzliche Schlupfloch muss auch genutzt werden“, mahnt der Landrat. „Auch, wenn die Zahlen die letzten Tage rückläufig sind - es liegen immer noch über 23 Patienten im Klinikum“. Bekannt ist, dass die meisten Fälle heute aus dem familiären, privaten Umfeld herrühren und damit auf Freizeitverhalten zurück zu führen sind. „Das sollte uns alle weiterhin zur Zurückhaltung mahnen“, schließt der Landrat seinen Apell.