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Pressemitteilungen
14.05.2019

Faulbrut-Sperrbezirk Trossingen-Schura-Weigheim aufgehoben: Wiederholungsuntersuchungen bei allen Bienenvölkern mit negativem Ergebnis

Im Sommer letzten Jahres war in zwei Bienenständen in Trossingen die Amerikanische Faulbrut der Bienen festgestellt worden. Es wurde ein Sperrbezirk festgelegt, der die Gemarkungen Trossingen, Schura und Weigheim umfasste. Im gesamten Sperrbezirk befanden sich 76 Standorte von 58 Imkern, mit zusammen 456 Bienenvölkern; 90% der Standorte und Bienenvölker waren auf Gemarkung Trossingen und Schura. Alle Bienenstände und Bienenvölker wurden von den örtlichen Bienensachverständigen und einem Amtstierarzt des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz auf Amerikanische Faulbrut überprüft und beprobt. Dabei wurde in einem weiteren Bienenstand die Amerikanische Faulbrut festgestellt, und in sieben Bienenständen wurden Faulbrutsporen in Bienenvölkern nachgewiesen. Alle befallenen Bienenvölker mussten abgetötet werden. Für abgetötete Bienenvölker wurden die betroffenen Imker von der Tierseuchenkasse entschädigt, wenn sie ihre Völker dort gemeldet hatten; dies war bei den meisten Betroffenen der Fall.

Die Nachuntersuchungen aller noch verbliebenen Bienenvölker im Sperrbezirk wurden in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt. In der ersten Stufe wurden im ausgehenden Winter, von Mitte Januar bis Ende Februar, sogenannte „Prager Platten“ eingesetzt. Prager Platten sind Einlagen zur Sammlung von „Gemüll“ im Bienenvolk, d.h. von allem, was zwischen den Waben zu Boden rieselt. Von den Bienensachverständigen wurde pro Bienenvolk eine Prager Platte direkt unter der „Wintertraube“ in den Bienenkasten eingelegt, nach drei Wochen wieder entnommen und am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg auf Faulbrutsporen untersucht.

Die Faulbrut-Untersuchung mit Prager Platten ist eine alternative Untersuchungsmethode, die schon früh im Jahr Hinweise auf einen möglichen Befall geben kann. Tatsächlich wurde dabei auf einem Bienenstand wieder ein Volk mit Faulbrut-Sporen festgestellt. Dieses Volk musste abgetötet werden, die Waben wurden verbrannt. Bei allen anderen Bienenvölkern war das Ergebnis der Untersuchung mit Prager Platten negativ.

In der zweiten Stufe, mit Beginn der Obstblüte, wurden zwischen Ostern und Anfang Mai alle lebenden und auch die im Winter abgestorbenen Bienenvölker im Sperrbezirk von den Bienensachverständigen und einem Amtstierarzt des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz untersucht. Dabei wurden die Brutwaben begutachtet und sogenannte „Futterkranzproben“ genommen. Futterkranzproben sind Proben von Honig, der in den Brutwaben um das Brutfeld herum eingelagert wird – also keine Honigproben aus den für die Königin nicht zugänglichen Honigwaben. Während der aktiven Trachtzeit genommene Futterkranzproben haben die höchste Aussagekraft im Hinblick auf einen Befall mit Faulbrut-Sporen. An den 61 verbliebenen Bienenständen im Sperrbezirk wurden insgesamt 380 Bienenvölker beprobt, die meisten auf Gemarkung Trossingen und Schura. Angesichts des engen Zeitfensters für diese Untersuchungen stellte dies einen enormen Kraftakt für die Bienensachverständigen dar, die ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausüben. Auch die Futterkranzproben - bei abgestorbenen Völkern notfalls Wachsproben - wurden am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg untersucht.

Am 14. Mai lagen nun die Ergebnisse der letzten Futterkranzproben vor. Alle Ergebnisse waren negativ. Deshalb kann der Faulbrut-Sperrbezirk Trossingen-Schura-Weigheim nun aufgehoben werden; dies erfolgt mit Allgemeinverfügung des Landratsamts Tuttlingen vom 14.05.2019. Zusätzlich werden alle Imker im Sperrbezirk, einschließlich der ehemaligen Bienenhalter, mit einem Schreiben des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz über die Aufhebung des Sperrbezirks informiert. 

Fragen beantwortet das Landratsamt Tuttlingen:
Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Luginsfeldweg 15, 78532 Tuttlingen, Telefon 07461/926-5403, veterinaeramt@landkreis-tuttlingen.de