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Pressemitteilungen
08.08.2018

Amerikanische Faulbrut

Ein dritter Fall von Amerikanischer Faulbrut der Bienen wurde in Trossingen festgestellt. Der Sperrbezirk auf den Gemarkungen Trossingen, Schura und Weigheim bleibt bis Frühjahr 2019 bestehen. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, nicht zuzuordnende oder auch verlassen erscheinende Bienenstände an das Veterinäramt zu melden.

Bei Untersuchungen durch das Amt für Veterinärwesen und Ver-braucherschutz des Landratsamtes Tuttlingen sowie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg wurde im Juni diesen Jahres in zwei Bienenständen auf Gemarkung Trossingen die Amerikanische Faulbrut der Bienen festgestellt. Es wurde ein Sperrbezirk festgelegt, der die Gemarkungen Trossingen, Schura und Weigheim umfasst. Es dürfen keine Bienenvölker im Sperrbezirk umgestellt oder aus dem Sperrbezirk verbracht werden, damit die Bienenseuche nicht verschleppt wird. Auch dürfen keine Bie-nenvölker in den Sperrbezirk hineingebracht werden. Alle Bienen-völker und Bienenstände im Sperrbezirk sind durch die örtlichen Bienensachverständigen und die Amtstierärzte des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz auf Amerikanische Faulbrut zu überprüfen und zu beproben.

Inzwischen ist die Untersuchung aller bekannten Bienenstände und Bienenvölker im Sperrbezirk abgeschlossen. Dabei wurden an fünf weiteren Bienenständen – in der Regel bei Einzelvölkern – Faulbrut-Sporen nachgewiesen, weshalb die betreffenden Völker als Faulbrut-verdächtig anzusehen sind. Ende Juli schließlich wurde in einem weiteren Bienenstand im Sperrbezirk ein Volk mit eindeutigen Krankheitssymptomen gefunden, auch der bakteriologische Befund war hoch positiv. Deshalb wurde am 3. August der dritte Fall von Amerikanischer Faulbrut amtlich festgestellt. Alle betroffenen Bienenvölker wurden zwischenzeitlich abgetötet.

Die erforderliche Wiederholungsuntersuchung aller Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk darf frühestens zwei Monate nach der Abtötung der seuchenkranken Bienenvölker erfolgen. Vor dem Hintergrund des aktuellen dritten Faulbrut-Falls wäre diese Frist erst Anfang Oktober verstrichen. Zu diesem Zeitpunkt sind jedoch die für die bakteriologische Untersuchung notwendigen Futterkranzproben nicht mehr aussagefähig. Deshalb kann die Wiederholungsuntersuchung erst nach Einsetzen der ersten Honigtracht im kommenden Jahr durchgeführt werden, d.h. mit Beginn der Obstblüte. Alle Imker im Sperrbezirk werden dazu in den nächsten Tagen erneut angeschrieben. Im Übrigen plant das Veterinäramt gemeinsam mit dem Bezirksimkerverein Trossingen für den Herbst eine Informationsveranstaltung zu der Problematik.   

Bei den Untersuchungen im Sperrbezirk ist aufgefallen, dass es insbesondere in Trossingen noch deutlich mehr Bienenstände gibt als im Vorfeld bekannt: Nach aktuellem Stand befinden sich im gesamten Sperrbezirk 76 Standorte von 58 Imkern, mit zusammen 456 Bienenvölkern; 90% der Standorte und Bienenvölker sind auf Gemarkung Trossingen und Schura. Besorgniserregend ist, dass immer wieder Bienenhaltungen entdeckt wurden, die nicht gemäß den Vorgaben der Bienenseuchenverordnung gemeldet waren. Dabei stellt jeder nicht untersuchte Bienenstand ein Infektionsrisiko und damit eine Gefahr für alle anderen Bienenhaltungen dar. Das Veterinäramt erinnert deshalb noch einmal nachdrücklich an die Meldepflicht (Registrierpflicht) nach der Bienenseuchen-Verordnung, die bereits ab der Haltung von einem Volk gilt. Die Bürger werden gebeten, nicht zuzuordnende oder auch verlassen erscheinende Bienenstände an das Veterinäramt zu melden.