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Pressemitteilungen
18.11.2020

Aktuelle epidemiologische Situation im Landkreis Tuttlingen rechtfertigt derzeit noch keine weiteren und schärferen Maßnahmen

Seit einigen Tagen wird durch die Presse und die Sozialen Medien die Forderung laut, das Landratsamt solle, mit Blick auf rasant ansteigende Fallzahlen, schärfere Maßnahmen erlassen, um das Infektionsgeschehen effizient eindämmen zu können. Richtig ist, dass der Landkreis Tuttlingen seit Anfang Oktober mit schnell ansteigenden Fallzahlen zu kämpfen hat. Der Landkreis Tuttlingen folgt konsequent seiner Linie, die sich an den landeseinheitlichen Regularien und damit auch an dem Maßnahmenkatalog orientiert, den die Landesregierung Baden-Württemberg per Corona-Verordnungen auf den Weg gebracht hat. 

Die täglichen Fallzahlen, die akribisch dokumentiert werden, lassen seit ungefähr 14 Tagen jedoch keine Zuordnung zu größeren Ereignissen mehr zu. Vielmehr lassen sich die Zahlen dahingehend interpretieren, dass viele kleine Einzelfälle das Infektionsgeschehen bestimmen. Die Vermutung liegt nahe, dass das Alltagsverhalten der Bürgerinnen und Bürger, die sich durchaus im Rahmen geltender Vorschriften bewegen, ausschlaggebend dafür ist, dass sich die Ausbreitung des COVID-19 Virus ungehindert fortsetzt. Sogenannte Superspreader-Events lassen sich als Brandherde jedenfalls nicht eindeutig verifizieren. Insofern gibt es aktuell auch keine konkreten einem Herd zuzuordnenden Maßnahmen, die dort auch eine direkte Wirkung entfalten würden. Die Landkreisverwaltung sieht deshalb zusätzliche Maßnahmen mit breiten Einschränkungen für den ganzen Landkreis zum jetzigen Zeitpunkt als nicht zielführend an. Weitere und größere Einschnitte in die bürgerlichen Grundrechte bedürfen einer Vorgabe durch Bund und Land. „Uns ist es wichtig, die uns zur Verfügung stehenden Mittel und Maßnahmen zielgerichtet und situativ zum Wohle und Schutze unserer Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Maßnahmen, die darüber hinaus weitere Einschränkungen bedeuten, jedoch einer rechtlichen Prüfung und Argumentation nicht standhalten, helfen niemandem“, erklärt Landrat Stefan Bär die Haltung der Landkreisverwaltung. Schließlich bleibt auch abzuwarten, auf welche Regelungen sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten am kommenden Montag, dem 23. November 2020, in ihrem Gespräch vereinbaren können.