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Forst
14.06.2021

Borkenkäfer gefährden den Wald

Das Frühjahr war in diesem Jahr geprägt durch niedrige Temperaturen und langanhaltenden Regen. Für den Wald sind lange Regenperioden wichtig, denn aufgrund langer und trockener Sommer in den vergangenen Jahren zeigen sich Bäume im Wald noch immer als deutlich gestresst und geschwächt, insbesondere Fichten und Tannen sind betroffen. Die Bäume brauchen das Wasser unbedingt zur Regenerierung.

Die Hitze und Trockenheit der Vorjahre haben die Entwicklung der Borkenkäfer begünstigt und die Population stark ansteigen lassen. Mit steigenden Temperaturen schwärmen die Borkenkäfer ab jetzt wieder aus und können erneut zu einer Gefahr für den Wald werden. Sturm- und Schneebruchholz und anderweitig geschädigte Bäume werden leicht vom Borkenkäfer befallen und dienen als deren Brutraum.

Ab sofort müssen Fichten und Tannen kontrolliert werden, um aktiv befallenen Bäume konsequent zu entfernen. Damit eine Ausbreitung des Käferbefalls im eigenen und auch im benachbarten Wald verhindert werden kann, sind alle Waldbesitzenden im eigenen Interesse aufgefordert, ihre Wälder auf Befall zu kontrollieren und käferbefallene Bäume zügig selbst aufzuarbeiten. Nur so kann die Borkenkäfergefahr entschärft werden. 

Alte Tannen zeigen vereinzelt Trockenschäden im Nachgang der letzten Trockenjahre. Es beginnt mit rotwerdenden Nadeln einzelner Äste und geht weiter bis zum Absterben der Krone und letztendlich des ganzen Baums. Damit einher geht schließlich die Besiedlung durch den Tannenborkenkäfer. Da das Absterben der Tannen von oben nach unten und über einen gewissen Zeitraum erfolgt, kann der (noch) grüne untere Stammteil - sofern zeitnah geerntet – zu passablen Preisen verkauft werden.

Kennzeichen eines Borkenkäferbefalles bei der Fichte sind:

  • Verblassend fahl-grün werdende bis vergilbende Nadeln
  • Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz
  • Dort auch Beginn von Nadelverlust und folgend abfallende Rinde bei zum Teil noch grüner Krone
  • braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation

Die Kontrollen sollten regelmäßig erfolgen. Besonders zu achten ist auf fängische Bäume aus Winterereignissen wie Sturm, Schneebruch etc. und auf grüne Randbäume von alten Käfernestern aus dem Vorjahr.

Wenn Käferbefall festgestellt wird, müssen die Bäume so rasch wie möglich aufgearbeitet und aus dem Wald verbracht werden. Nicht verkäufliche Hölzer sollten durch entsprechende Bearbeitung (sägen-spalten-aufschichten oder hacken) als Brutraum entwertet werden. Informationen über marktgängige Sortimente erhalten die Waldbesitzenden über die Forstrevierleiter oder unter „www.landkreis-tuttlingen.de/forstamt“ und „www.holzverkauf.landkreis-tuttlingen.de“.