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Forst
18.12.2019

Die Privatwaldbetreuung in Baden-Württemberg wird neu aufgestellt

Zum 1.1.2020 soll die neue Privatwaldverordnung in Kraft treten. Die bisherigen Dienstleistungen des Revierförsters können nicht mehr wie gewohnt nach Festmeter abgerechnet werden, sondern müssen nach Stunden zu Gestehungskosten angeboten werden. Dies bedingt leider einige Formalitäten, die vorab vom Privatwaldbesitzenden zu erledigen sind. Nur wenn eine Privatwaldvereinbarung vorab abgeschlossen ist, kann der Förster tätig werden. Erfreulich ist, dass die Beratung wie bisher kostenlos angeboten werden kann.

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Jungbestadspflege; Revierleiterin; Försterin

Hintergrund:

Mit dem geänderten Bundeswaldgesetz dürfen keine indirekten Förderungen durch das Land, die Kreise und Kommunen mehr angeboten werden.
Eine wesentliche Änderung zum Jahreswechsel ist, dass die Gebühren der Forstverwaltung für Betreuungsleistungen im Privatwald ab sofort mit den echten Kosten, den sogenannten Gestehungskosten, abgerechnet werden müssen. Die Förderung dieser Gestehungskosten erfolgt direkt im Zuge der Abrechnung.

Beispiel:

Ein Privatwaldbesitzer beauftragt den Förster mit der Holzaufnahme.

Die Arbeit des Försters wurde bisher mit einem stark subventionierten Festmetersatz in einer Gebührenrechnung abgerechnet.

Zukünftig muss der Förster die Zeiten, die er für die Holzaufnahme benötigt, ermitteln. Diese wird dann dem Waldbesitzer in Rechnung gestellt. Das Land fördert diese Kosten des Waldbesitzers mit 70% (sofern der Waldbesitz nicht größer als 50 ha ist). Die Zeiten werden je begonnene Viertelstunde abgerechnet.

Für den Holzverkauf können wie gewohnt die Kosten als Festmetersatz in Rechnung gestellt werden. Auch diese müssen nun zu tatsächlichen Gestehungskosten abgerechnet werden. Ebenso ist es erforderlich den Holzverkauf schriftlich zu übertragen. Holzverkaufskosten werden aber nicht gefördert.

Was ist zu tun?

  1. Um diese Förderung erhalten zu können, muss der Waldbesitzer mit der betreuenden Körperschaft (Revierleiter des Kreises bzw. einer zuständigen Stadt) vorsorglich eine Privatwaldvereinbarung über 5 Jahre abschließen. Es handelt sich dabei um eine Art Grundvereinbarung, um überhaupt gefördert werden zu können. Der Waldbesitzer geht damit keinerlei Verpflichtungen ein. Konkrete Maßnahmen werden wie bisher immer nur nach einem Auftrag des Waldbesitzers durchgeführt. 
  2. Eine zweite Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist eine „De-Minimis-Erklärung“ des Waldbesitzers. In dieser erklärt der Waldbesitzer seine erhaltenen Fördersummen der letzten 3 Jahre. Für 95% der Waldbesitzer ist dies eine reine Formsache.
  3. Sofern das Kreisforstamt für Sie das Holz verkaufen soll, ist hierfür eine gesonderte Vollmacht erforderlich.

Wie wird gefördert?

Bei Gestehungskosten des Landkreises Tuttlingen von 58,57 €/Revierleiterstunde netto bzw. 69,70 € brutto verbleiben dem Waldbesitzer lediglich 16,50 €/Stunde zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer der Gestehungskosten von 11,13 € je Stunde (Stand 2020). Damit kostet eine Försterstunde für den Waldbesitzer 27,63 €. Das Land fördert somit jede Stunde eines Försters, in der er den Privatwald betreut, mit 42,07 €. Mit diesem Vorgehen werden die neuen gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt und die Subventionen eindeutig ausgewiesen.

Nur wenn die Privatwaldvereinbarung und De-Minimis-Erklärung vorliegen, kann die Betreuung erfolgen und einfach abgerechnet werden. Das Land ersetzt dem Kreis für die in Rechnung gestellten Stunden die fehlenden Kosten (Fördersatz) direkt, ohne dass der Waldbesitzer hierfür weitere Schritte unternehmen muss.

Die nächsten Schritte.

Sprechen Sie mit Ihrem zuständigen Förster, wenn Sie ihn für eine Maßnahme beauftragen wollen.

Bitte informieren Sie das Forstamt bzw. ihren Förster möglichst frühzeitig, wenn Sie eine Betreuung in Anspruch nehmen wollen. So können wir Ihnen die einmalig erforderlichen Vordrucke erstellen und die Formalitäten vorab klären.

Es wird für alle Beteiligten zu Beginn ein spürbarer Mehraufwand. Wenn aber die erste Betreuung wie z.B. eine Holzaufnahme erfolgt ist, läuft wieder alles in gewohnten Bahnen.

Ihren zuständigen Förster finden Sie nach Revieren und Gemarkungen auf der Homepage des Kreisforstamtes (ab 2020 aktuell verfügbar).

Daneben werden ihnen dort Erklärvideos (=externer Link: https://foerderung.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Foerderwegweiser/Erklaerfilme) und weitergehende Informationen bereitgestellt. 

Forstamt Tuttlingen, Alleenstraße 10, 78532 Tuttlingen
Telefon.: 07461 926 1200, Fax: 07461 926 1289, Email: forstamt@landkreis-tuttlingen.de