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2.1 Familien- und Haushaltsformen

Für ältere Menschen ist die Ehe nach wie vor die übliche Form der Partnerschaft, aber die Veränderungen und Ausdifferenzierungen der Lebensstile werden sich zunehmend auch unter Senioren verbreiten. Es wird künftig mehr Partnerschaften ohne Trauschein bis hin zu gemeinschaftlichen Wohnformen und Wohngemeinschaften geben. Derzeit ist etwas mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen verheiratet. Ein Drittel (deutlich mehr Frauen als Männer) sind verwitwet und ein relativ kleiner Teil ist geschieden oder ledig.1 Dass die Menschen als Familienstand ledig angeben, bedeutet nicht, dass sie ohne Partner sind. Der Anteil der älteren Menschen, die ohne Partner leben, hat sich in den vergangen 20 Jahren kaum verändert, bei den hochaltrigen Menschen ist er sogar gesunken. Zugenommen hat dagegen der Anteil von Menschen, die in einer sogenannten Folgeehe oder in nichtehelicher Partnerschaft zusammenleben.

Die Anzahl der Haushalte in Baden-Württemberg, in denen ausschließlich Senioren lebten, lag im Jahr 2011 bei 21  Prozent. Eine Differenz zwischen den Stadt- und Landkreisen Baden‑Württembergs ist bezüglich der Seniorenhaushalte kaum festzustellen. Deutschlandweit lag der Anteil an Seniorenhaushalten bei 22 Prozent.

Senioren leben häufiger alleine als Jüngere. So waren 35 Prozent aller Personen, die in einem Einpersonenhaushalt lebten, bereits 65 Jahre und älter. Oder anders herum: 28 Prozent der Senioren lebten alleine, während es bei den 18- bis 64-Jährigen nur 16 Prozent waren. Mit dieser Zunahme an Einpersonenhaushalten mit Senioren, steigt auch proportional die Gefahr des Verlustes sozialer Beziehungen und von Einsamkeit.

Gegenwärtig leben in Baden-Württemberg rund 97 Prozent der Menschen über 65 Jahren im eigenen Zuhause, lediglich knapp 3 Prozent wohnen in einem Altenheim, Pflegeheim oder einer anderen speziellen Einrichtung für die ältere Generation. Allerdings steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit eines Umzugs in ein Pflegeheim sprunghaft an. Von den über 85-jährigen leben knapp 12 Prozent in einem Pflegeheim.


1 Engstler, Heribert/Klaus, Daniela, 2016: Auslaufmodell „traditionelle Ehe“? Wandel der Lebensformen und der Arbeitsteilung von Paaren in der zweiten Lebenshälfte, in: Tesch-Römer, Clemens: Altern im Wandel. Zwei Jahrzehnte Alterssurvey, S. 213ff.

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