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Pressemitteilungen
02.03.2015

Tuttlinger SFZ-SchülerInnen dominieren Jugend Forscht Regionalwettbewerb

Dass eine einzige Bildungseinrichtung mit 14 Schüler-Projekten bei Jugend Forscht teilnimmt, ist allein eine großartige Leistung. Mit 13 Platzierungen auf dem Treppchen nach Hause zu gehen - daran hatte niemand zu glauben gewagt. Dennoch haben die Schülerinnen und Schüler vom Schülerforschungszentrum (SFZ) in Tuttlingen vergangenes Wochenende genau das geschafft: Fast alle teilnehmenden Projekte erlangten einen Podest-Platz.

Fünf Regionalsieger: Lukas Ruf vom Albertus-Magnus-Gymnasium und Raphael Steiner vom Otto-Hahn-Gymnasium überzeugten mit ihrem Mathematik-Projekt: „Der geteilte Panther“ und erreichten den ersten Platz in der gleichnamigen Kategorie. Die beiden hatten effizientere Regeln gefunden, wie die Teilbarkeit großer Zahlen leichter zu überblicken ist. Ein Ergebnis, dass nicht nur Ihnen sondern auch vielen anderen nutzen wird.

Ebenfalls mit einem ersten Preis gingen Fabian Albrecht von der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule sowie Felix Haag und Jonas Gehring vom Gymnasium Spaichingen nach Hause. In der Sparte „Technik“ stellten sie den von ihnen entwickelten Agricopter 2.0 vor. Dessen Vorteil besteht darin, unkompliziert und schnell umgerüstet werden zu können, z.B. mit Kameras oder Sprühapplikatioren für die Landwirtschaft.

Dass die jüngeren SFZ-Schüler den Größeren in Nichts nachstehen beweisen die drei ersten Plätze in der Sparte Schüler experimentieren von Jugend Forscht. Das im Bereich Geo- und Raum erstplatzierte Projekt „Anthrakologische Untersuchungen am Schluchsee“ von Florian Weisser und Wendelin Grüger (beide vom Immanuel-Kant-Gymnasium) lieferte die Erkenntnis, dass es im Schwarzwald vor dem Eingreifen des Menschen eine deutlich größere Artenvielfalt im Bereich der Bäume gab als das heute der Fall ist.

Für ihr Mathe-Projekt hatten die Cousinen Fabia und Karolin Egle vom Otto-Hahn-Gymnasium bzw. der Karlschule Strategien für den Spielklassiker Mastermind untersucht und wurden dafür ebenso mit einem ersten Preis belohnt wie Mai Saito (Gymnasium Trossingen) und Matthias Heni (Otto-Hahn-Gymnasium) für ihren Beweis, dass vermeintliche Gedankenleser, nicht etwa über übersinnliche Kräfte verfügen, sondern vielmehr gute Rechner sind.

Auch Pauker können beim Wettbewerb siegen
Jugend forscht zeichnet nicht nur die herausragenden Leistungen von Schülern aus - beim Wettbewerb werden auch die Betreuer der Schüler unter die Lupe genommen. So wurde Manuel Vogel, der Leiter des SFZ-Tuttlingen von der Friedrichs-Stiftung als bester Betreuer ausgezeichnet. Der 30jährige trägt seit letztem Jahr nicht nur die Verantwortung für den SFZStandort Tuttlingen, er hatte selbst auch vier der 14 an den Start gegangenen SFZ - Projekte und weitere sieben Projekte an seinem Gymnasium (Spaichingen) erfolgreich betreut. „Letztendlich kommt es aber auf die Schüler an“, sagt er nach der Auszeichnung. „Wir Betreuer können sie nur unterstützen, umsetzen müssen sie ihre Ideen allein.“ Er selbst sei immer wieder beeindruckt davon, wie selbstständig und zielorientiert viele Schüler denken, z.B.: Michelle Sommer, Linda Shen und Eva Vennemann vom Gymnasium Spaichingen, die mit der von ihnen entwickelten Methode zur Kautschuk-Gewinnung aus der dreikantigen Wolfsmilch einen zweiten Platz in der JuFo-Kategorie Chemie erreichten „Sie haben nicht nur völlig selbständig ein industriell anwendbares Verfahren entwickelt, den weltweit steigenden Bedarf an Kautschuk umweltfreundlich zu decken, sie haben auch einmal mehr bewiesen,dass großartige technische Entwicklungen eindeutig auch junge Schülerinnen und Schüler leisten können“ , sagt er nach der Preisverleihung.

Weitere Podest-Platzierungen
Warum Milch durch Gärung sauer und nicht alkoholisch wird, während das bei Traubensaft anders ist, hatten Alison Kusche und Julia Graf vom Otto-Hahn- bzw. Immanuel-Kant-Gymnasium untersucht. Ihre Erkenntnisse und deren Präsentation brachten ihnen einen zweiten Platz im Bereich Biologie von Schüler experimentieren.
Dass es von den Juroren durchaus honoriert wird, auch scheinbar etablierte umweltfreundliche Energiegewinnungsmethoden, wie die Photovoltaik, in Frage zu stellen und nach noch besseren Alternativen zu suchen, beweist die mit Bronze ausgezeichnete „Wasserstoffplantage“ von Florian Zitz vom Otto-Hahn-Gymnasium. Bringt man Algen durch besondere Wachstumsbedingungen dazu, Wasserstoff zu produzieren, entsteht, ganz ohne Chemikalien und Treibhausgase ein zur Stromerzeugung geeigneter Verbrennungsrohstoff. Ein weiteres Umweltprojekt des Schülerforschungszentrums, nämlich die Herstellung von Kunststoffen auf Zellulosebasis, wurde ebenfalls mit einem dritten Platz ausgezeichnet: Leon Sistek, Selina Diehl und Liane Lujic vom Gymnasium Spaichingen hatten dies mit verschiedenen Methoden geschafft. Einen dritten Platz erreichte ebenfalls Lena Burger vom Otto-Hahn-Gymnasium, die untersucht hatte, inwieweit sich eine Laktose-Intoleranz, an der ca. 10 % der Deutschen leiden, sich durch spezielle Nahrungsergänzungsmittel therapieren ließe und wie genau diese wirken. Auch Martti Bartuschek und Mika Ruck vom Immanuel-Kant-Gymnasium hatten sich mit einem pharmazeutischen Thema beschäftigt und untersucht, welche Art von Applikation (Tablette, Kapsel oder Dragee) am schnellsten vom Körper umgesetzt wird - bei Kopfschmerzen, die schnell verschwinden sollen, durchaus für jedermann interessant. Den Juroren war auch dieses Projekt einen dritten Platz im Bereich Biologie von Schüler experimentieren wert.
Lautstark meldeten sich auch Fabian Nagel (Immanuel Kant-Gymnasium) und Tarek Zwick (Martin-Heidegger-Gymnasium) bzw. Maximilian Zinsmayer und Tim Petzold (beide Otto-Hahn-Gymnasium) mit ihren Lautsprecher Projekten zu Wort und wurden dafür mit jeweils dritten Plätzen in den Bereichen Technik von Schüler experimentieren und Jugend Forscht ausgezeichnet.

Nächste Etappe: Landeswettbewerb
Alle Regionalsieger des diesjährigen Jugend Forscht-Wettbewerbs, der bereits zum zweiten Mal in den Räumen der Firma Karl Storz stattfand, präsentieren ihre Projekte nun vom 26. bis 28. März in Stuttgart beim Landeswettbewerb. Die jüngeren Schüler messen sich am 7. und 8. Mai in Balingen mit den anderen Gewinnern von Schüler experimentieren. Schneiden die SFZ-Schüler dann ähnlich erfolgreich ab wie bei den Regionalwettbewerben, geht es weiter zum Entscheid auf Bundesebene.