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Pressemitteilungen
03.01.2019

Neues Teilhabechancengesetz: Landkreis Tuttlingen begrüßt Verbesserungen für Langzeitarbeitslose

Bei der Vermittlung von langzeitarbeitslosen Menschen in den ersten Arbeitsmarkt hat der Landkreis Tuttlingen bereits mehr als 20 Jahre Erfahrung und kann viele Erfolge vorweisen. Das neue Teilhabechancengesetz des Bundes verbessert die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen nun zusätzlich.

„Bereits viele Jahre vor der Einführung von ‚Hartz IV‘ haben wir im Rahmen der Sozialhilfe mit eigenen Projekten langzeitarbeitslose Menschen in Arbeit gebracht“, so Landrat Stefan Bär. Mit dem „Tuttlinger Beschäftigungsmodell“ ging das Landratsamt bereits vor der Jahrtausendwende einen innovativen Weg. Dieses Modell fand bundesweit große Beachtung und zahlreiche Nachahmer.

„Kern dieses ‚Tuttlinger Beschäftigungsmodells‘ war ein einfaches und unkompliziertes Verfahren: Arbeitgeber erhielten bei der Einstellung eines Sozialhilfeempfängers ein Jahr lang einen Lohnkostenzuschuss, der bis zu 100 Prozent des Lohnes ausmachen konnte. Der Landkreis hat diesen Lohnkostenzuschuss vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Rund 1.500 Menschen haben damals über dieses Projekt die Sozialhilfe dauerhaft verlassen. Sowohl für die Menschen als auch für den Landkreis war dieses Modellprojekt gewinnbringend“, freut sich Landrat Bär.

Vor fünf Jahren hat das Land mit dem Modellprojekt „Passiv-Aktiv-Tausch“ diesen Ansatz aufgegriffen und ein eigenes Förderprojekt entwickelt. Der Landkreis arbeitet in diesem Projekt mit derzeit 18 Kooperationspartnern - vor allem Firmen und soziale Einrichtungen – zusammen.

„Wir begrüßen es, dass nun auch der Bund mit dem neuen Teilhabechancengesetz, das zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, ein eigenes Förderprojekt auflegt“, so Landrat Bär.  Mit dem neuen Teilhabechancengesetz können Arbeitgeber bis zu fünf Jahre lang einen Lohnkostenzuschuss erhalten, wenn sie einen langzeitarbeitslosen Menschen, der mindestens sechs Jahre lang „Hartz-IV“- Leistungen erhalten hat, sozialversicherungspflichtig einstellen. Zwei Jahre lang erhält der Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent. Ab dem dritten Jahr beträgt der Zuschuss 90 Prozent der Lohnkosten. Ab dem fünften Jahr noch 70 Prozent. Finanziert wird dieses Projekt vollständig vom Bund.

Parallel zum Lohnkostenzuschuss gibt es im Rahmen des neuen Teilhabechancengesetzes eine verlässliche und verbindliche Betreuung und Begleitung des neuen Mitarbeiters im Betrieb, auf die auch der Arbeitgeber zurückgreifen kann, sollte es einmal Probleme geben.

Insgesamt stellt der Bund dem Kommunalen Jobcenter des Landkreises im kommenden Jahr 1,3 Millionen Euro für die Umsetzung des Teilhabechancengesetzes zur Verfügung. „Wir gehen davon aus, dass wir im Rahmen der Projektlaufzeit rund 100 arbeitsmarktferne Personen, die ansonsten absehbar keine Chancen hätten, mit diesem Projekt wieder in Arbeit bringen können“, erläutert Sozialdezernent Bernd Mager. „Wir müssen die gute Arbeitsmarktsituation im Landkreis nutzen, um allen Menschen eine Chance zu geben. Uns ist klar, dass manche Vermittlung - trotz des hohen Zuschusses durch die öffentliche Hand und die enge Betreuung - möglicherweise scheitern wird. Trotzdem ist uns jeder Einzelfall wichtig und unsere Erfahrung zeigt, dass auch Fälle, die aussichtslos erschienen, oftmals erfolgreich verlaufen sind. Kein Mensch ist gerne arbeitslos. Wenn wir mit dem neuen Teilhabechancengesetz einigen Menschen mit Handicaps eine neue Lebensperspektive geben, ist viel gewonnen“, so Mager.