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Pressemitteilungen
18.01.2019

Faulbrut-Sperrbezirk Trossingen-Schura-Weigheim: Beginn der Wiederholungsuntersuchungen in 2 Stufen

Im Sommer letzten Jahres war in 2 Bienenständen in Trossingen die Amerikanische Faulbrut der Bienen festgestellt worden. Es wurde ein Sperrbezirk festgelegt, der die Gemarkungen Trossingen, Schura und Weigheim umfasst. Im gesamten Sperrbezirk befanden sich 76 Standorte von 58 Imkern, mit zusammen 456 Bienenvölkern; 90% der Standorte und Bienenvölker waren auf Gemarkung Trossingen und Schura. Alle Bienenstände und Bienenvölker wurden von den örtlichen Bienensachverständigen und den Amtstierärzten des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz auf Amerikanische Faulbrut überprüft und zu beprobt. Dabei wurde in einem weiteren Bienenstand die Amerikanische Faulbrut festgestellt, und in 7 Bienenständen wurden Faulbrutsporen in Bienenvölkern nachgewiesen. Alle befallenen Bienenvölker mussten abgetötet werden. Für abgetötete Bienenvölker wurden die betroffenen Imker von der Tierseuchenkasse entschädigt, wenn sie ihre Völker dort gemeldet hatten; dies war bei den meisten Betroffenen der Fall.
Am 22. November fand im Gasthaus „Germania“ in Trossingen eine Informationsveranstaltung des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz und des Bienengesundheitsdienstes des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Freiburg statt, zu der alle Imker im Sperrbezirk eingeladen waren. Dabei berichteten Herr Dr. Tritschler vom Bienengesundheitsdienst und Herr Dr. Laufer vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz über das Wesen der Faulbrut, die Untersuchungsverfahren und den aktuellen Stand im Sperrbezirk. Schließlich wurde auch über den Ablauf der Nachuntersuchungen in 2019 informiert.

Kürzlich wurden alle Imker im Sperrbezirk erneut vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz angeschrieben und darüber informiert, dass die Wiederholungsuntersuchungen aller Bienenvölker durch die Bienensachverständigen demnächst beginnen und in 2 Stufen durchgeführt werden:
In der ersten Stufe werden im ausgehenden Winter sogenannte „Prager Platten“ eingesetzt. Prager Platten sind Einlagen zur Sammlung von „Gemüll“ im Bienenvolk, d.h. von allem, was zwischen den Waben zu Boden rieselt. Pro Bienenvolk wird 1 Prager Platte direkt unter der „Wintertraube“ in den Bienenkasten eingelegt, nach 3 Wochen wieder entnommen und am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg auf Faulbrutsporen untersucht. Die Faulbrut-Untersuchung mit Prager Platten ist eine alternative Untersuchungsmethode, die schon früh im Jahr Hinweise auf einen möglichen Befall geben kann - zusätzlich zur später erfolgenden Begutachtung der Brut mit Entnahme von Futterkranzproben. Bei dem nun praktizierten zweistufigen Untersuchungsverfahren soll auch die Vergleichbarkeit beider Methoden getestet werden. Auch wenn das Ergebnis der Prager Platten bei allen Völkern negativ ist, bleibt der Sperrbezirk noch bestehen.
In der zweiten Stufe, mit Beginn der Obstblüte, werden bei allen lebenden und auch bei den im Winter abgestorbenen Bienenvölkern die Brutwaben begutachtet und sogenannte Futterkranzproben genommen. Bei abgestorbenen Völkern werden notfalls Wachsproben gezogen. Auch diese Proben werden am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg untersucht. Wenn bei der Begutachtung der Brut und der Untersuchung der Futterkranz- oder Wachsproben bei allen Völkern keine Faulbrut mehr festgestellt wird, darf der Sperrbezirk schließlich aufgehoben werden.

Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz bittet alle Imker, die Bienensachverständigen bei ihrer umfangreichen Arbeit zu unterstützen, damit der Faulbrut-Sperrbezirk hoffentlich bald Geschichte ist.