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Pressemitteilungen
28.04.2015

Ehrung für den Architekten Günter Hermann

Günter Hermann genießt in Tuttlingen hohes Ansehen. Das zeigte die hohe Zahl der Gäste, die zu seinen Ehren gekommen waren. Die damit verbundene Ausstellung und Vorstellung eines Bildbandes dokumentiert sein bisheriges Werk. Der Architekt feierte eine Woche zuvor seinen 75. Geburtstag.

Prof. Hanns-Peter Knaebel begrüßte zu „einem Abend, an dem Günter Hermann nicht mal die Musik aussuchen durfte“ und freute sich über das große Interesse, das die Verlegung der Feier vom Aesculapium in die Stadthalle erforderte. Er ging auf seine Werke für Aesculap ein: Das Aesculapium sei so besonders, weil es im Juli 20 Jahre alt werde und so jugendlich und frisch wirke als sei es erst gestern gebaut worden. Für die 2013 entstandene Aesculap Akademie in Bochum gebe es viele bewundernde Stimmen. Und Günter Hermann habe für Aesculap das teuerste und schönste Pförtnerhaus Deutschlands entworfen.

Landrat Bär zeigte die breite Spanne der etlichen Werke Hermanns im Landkreis Tuttlingen - von roten Plätzen auf dem Heuberg, der zeitlosen Architektur des Landratsamtes bis zum „weißen Haus“ beim Krankenhaus. Oberbürgermeister Michael Beck beschrieb, wie Hermann als Architekt des modernen Tuttlingen die Stadt geprägt habe: „Mit dem Rathaus, der Galerie oder dem Hochschulcampus schuf er Gebäude, die das Selbstverständnis unserer Stadt als Kultur- und Wirtschaftsstandort ausdrücken“.

Die Laudatio hielt Amber Sayah, Literaturkritikerin der Stuttgarter Zeitung. Sie erzählte, wie Hartwig Steiner vor etwa einem Jahr auf sie zukam mit der Frage, ob sie einen Beitrag zu einem Buch mit den Werken Günter Hermann schreiben würde. Bis dahin kannte sie nur ein Gebäude von ihm: das Kinderhaus St. Hedwig in Stuttgart-Möhringen. Dieses Haus sei ihr lange vor dem Buch aufgefallen. Das habe sie motiviert, Ja zu sagen - unter der Bedingung, dass sie alle Bauten Hermanns kennenlernen dürfe. So ergab es sich, dass sie im vergangenen Sommer einige Exkursionen mit Günter Hermann zu seinen Bauten unternahm. Sie habe dabei nicht nur Günter Hermanns Werke, sondern auch ihn als Person kennen und schätzen gelernt. Er sei fürsorglich, liebenswert, umgänglich und ein guter Geschichtenerzähler. Sie kam zu dem Schluss, dass es keine typische Hermann Architektur gebe. Er habe einen pragmatischen Ansatz. Wirtschaftlich und brauchbar sollen die Gebäude auf der einen Seite sein, aber auch dem Bauherrn geben, was ihm zu Nutzen ist. Ihr Fazit der Exkursionen: „Ob als Bauherr oder Beifahrer, bei Günter Hermann sind Sie in guten Händen“.

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Übergabe der Werksdokumentation. Von links nach rechts: Guido Wolf, Stefan Bär, Michael Beck, Günter Hermann, Hartwig Steiner, Hanns-Peter Knaebel

Hartwig Steiner, der den Bildband gestaltet hat, sieht die Dokumentation seiner Werke als längst überfällig, aber nicht abgeschlossen an. Die Kassette habe lose Einlagen und sei somit erweiterbar für die nächsten 20 - 30 Jahre. Das Buch sei ein Nebenprodukt, das einen „Zwischenstand“ darstelle. Die Rolle des „Rausschmeißers“ übernahm schließlich der CDU Landtagsabgeordnete und ehemalige Landrat Guido Wolf. Günter Hermann sei Stuttgarter geworden, aber Tuttlinger geblieben. Nicht nur architektonische Impulse habe er gegeben, sondern auch gesellschaftspolitische. Abschließend lud Hanns-Peter Knaebel zum Besuch der Ausstellung im Foyer der Stadthalle und zum Buffet ein. Er bedankte sich bei den Musikern der Musikhochschule Trossingen für die wunderbare musikalische Begleitung und allen Organisatoren des Abends.

Die Ausstellung „Günter Hermann - Architekt“ ist vom 6. Juli bis zum 7. August 2015 im Rathausfoyer Tuttlingen zu sehen.