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Pressemitteilungen
11.07.2019

Borkenkäfer-Schwärmflug im ganzen Landkreis - Informationsveranstaltung für Waldbesitzer am 12. Juli 2019

Alle Fichtenwälder im gesamten Landkreis Tuttlingen sind derzeit  vom Borkenkäfer bedroht. Daher bietet das Forstamt am Freitag, 12. Juli 2019, eine Informationsveranstaltung für alle Waldbesitzer zur Erkennung und Behandlung von Käferbäumen an. Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Parkplatz der Schlosshalle Wurmlingen.

Mit der ersten Käferwelle in diesem Jahr steht nach dem Schneebruch die nächste Herausforderung für Waldeigentümer an. Im Gegensatz zum Schneebruch sind nun alle Fichtenwälder im gesamten Landkreis betroffen. Je südlicher und niedriger die Lage, umso größer ist der Befallsdruck und umso rascher zeigen sich die Schadmerkmale.

Die kühle und feuchte Witterung im Frühjahr hat den Wäldern ein wenig Zeit verschafft. Der Zustand der Bäume ist nach dem Trockensommer 2018 aber weiterhin schlecht. Trocken-heiße Phasen begünstigen und beschleunigen die Entwicklung der Käferlarven unter der Borke und ihr zerstörerisches Werk wird demnächst sichtbar werden.

Deshalb sollten Waldeigentümer ihre Wälder ab jetzt und bis in den Herbst hinein regelmäßig und intensiv kontrollieren. Die ganze Aufmerksamkeit gilt dabei den frisch befallenen Fichten. Wichtig sind möglichst wöchentliche Kontrollgänge, um bereits die ersten Anzeichen eines Stehendbefalls zu erkennen:

braunes Bohrmehl am Stammfuß - hinter Rindenschuppen oder Vegetation

  • Harztröpfchen am Kronenansatz
  • Spechtspiegel (abgeschlagene Rindenschuppen)
  • Abfallen grüner Nadeln (Nadelteppich)
  • abfallende Rinde bei grüner Krone
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Bild1_Befallene Fichte © Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg

Priorität haben bei der Kontrolle besonnte aufgelockerte Bestände, Bäume in der Nähe von letztjährigem Befall und aufgelockerte Bestandesränder. Auch bereits durch Kupferstecher vorgeschädigte Bäume (abgestorbene Gipfel) werden bevorzugt vom Buchdrucker befallen. Insgesamt muss aufgrund des hohen Befallsdruckes und der starken Vorschädigung durch die letztjährige Trockenheit auf der ganzen Fläche mit neuem unvermittelten Stehendbefall gerechnet werden.

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Braunes Bohrmehl auf Fichtenrinde - akuter Neubefall - gut auch in Spinnweben, am Stammfuß und auf Bodenvegetation erkennbar. Schlecht oder gar nicht nach Regentagen erkennbar © Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg

Erkannte Käferbäume müssen rasch aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden. Gelingt dies nicht, muss das Ausfliegen einer neuen Käfergeneration durch Polterspritzung verhindert werden.

Dagegen macht es keinen Sinn Totholzbäume aufzuarbeiten, bei denen der Käfer bereits ausgeflogen ist. Dieses Holz ist auf dem Holzmarkt kaum oder nicht absetzbar und belastet den Markt. Hier ist keine Eile mehr geboten. Wer möchte, kann diese Bäume auch im Winter noch als Brennholz aufarbeiten.

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Bild3_Tanne mit Käferbefall © Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg

Neben der Fichte zeichnet auch die Tanne nach dem Trockenjahr 2018. Es kommt aktuell laufend zu neuen absterbenden „roten Tannen“. Dies führt auch bei der Tanne zu einer sehr starken Entwicklung von mehreren Tannenborkenkäferarten. Daher ist auch bei der Tanne der zügige Einschlag und Abtransport ein entscheidender Faktor, um weitere Befallsschäden zu minimieren.

Bei Fragen können sich betroffene Waldeigentümer an den zuständigen Revierleiter, das Kreisforstamt oder an die Holzverkaufsstelle wenden:

Landratsamt Tuttlingen, Forstamt, Telefon: 07461 926 1200, www.landkreis-tuttlingen.de/forstamt, www.holzverkauf.landkreis-tuttlingen.de