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Gesundheitszentrum Spaichingen

Ausgangslage

Der Kreistag hat am 24. Oktober 2019 beschlossen, die stationären Versorgungsangebote - mit Ausnahme der Abteilungen Konservative Orthopädie sowie Plastische Chirurgie - am Klinikstandort Tuttlingen zusammenzuführen und am Standort Spaichingen ein Konzept für eine erweiterte ambulante Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Zum Jahresende 2019 wurden die Abteilungen der Inneren Medizin und der Geriatrie aus Spaichingen nach Tuttlingen verlagert.

Hintergrund dieser Entscheidung sind die strukturellen Herausforderungen, mit denen das deutsche Gesundheitswesen zunehmend konfrontiert ist. In der heutigen Krankenhauslandschaft der Bundesrepublik Deutschland geraten vor allem kleinere Häuser zunehmend unter Druck. Neben der betriebswirtschaftlichen Situation sind es vor allem regulatorische Vorgaben, gestiegene gesetzliche Anforderungen, verschärfte Qualitätsvorgaben und die immer schwieriger werdende Gewinnung von Ärzten und Pflegekräften, mit denen Kliniken zu kämpfen haben und die gerade die kleineren Häuser vor große Probleme stellen. Hinzu kommen die zunehmende Spezialisierung von Ärzt*innen, die zunehmende Ambulantisierung sowie insgesamt eine hohe Dynamik im Gesundheitssektor.

Vor diesem Hintergrund sah sich der Landkreis Tuttlingen gezwungen, die Ausrichtung und Struktur der beiden Standorte des Klinikums Landkreis Tuttlingen in Tuttlingen und Spaichingen neu zu ordnen, um die stationäre Gesundheitsversorgung nachhaltig und zukunftssicher aufstellen zu können.

Heutiges Leistungsspektrum

Zu den derzeit bestehenden Angeboten am Gesundheitszentrum Spaichingen zählen die Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, das Zentrum für Ambulantes Operieren, die Klinik für konservative Orthopädie und orthopädische Schmerztherapie, das MVZ mit orthopädisch-chirurgischer Praxis, gynäkologischer Praxis und weitere kooperierende Praxen (Dermatologe, Schlaflabor, Augenzentrum).

Weitere Informationen zum Gesundheitszentrum Spaichingen und zum MVZ finden Sie auf der Homepage des Klinikums Landkreis Tuttlingen.

Zu den weiteren Angeboten auf dem Campusgelände gehören bereits heute:

  • Psychiatrische Tagesklinik, Träger: Vinzenz-von-Paul (Rottenmünster)
  • PalliativNetz Landkreis Tuttlingen e.V.
  • Hospizverein „Hospiz am Dreifaltigkeitsberg e.V.“
  • Orthopädie-, Schuhtechnik Müller
  • Praxis Schmitz & Lieb, Ergo- und Handtherapie

Gutachten zur Umstrukturierung des Klinikums Landkreis Tuttlingen und des Standortes Spaichingen

Im März 2019 hatte der Kreistag ein Gutachten zur Umstrukturierung des Klinikums Landkreis Tuttlingen und des Standortes Spaichingen in Auftrag gegeben. Auftrag des Gutachters war es, die beiden von Klinikleitung und Landkreis sowie der Klinikinitiative Spaichingen vorgelegten Konzepte zur Weiterentwicklung des Klinikums Landkreis Tuttlingen auf medizinischer, organisatorischer und personeller Basis zu überprüfen und zu bewerten. Des Weiteren wurden Entwicklungsperspektiven für den Standort Spaichingen sowie die ambulante Versorgung im Landkreis untersucht und daraus Optionen und Empfehlungen für die künftige Ausrichtung abgeleitet.

Insgesamt empfiehlt das Gutachten eine Verlagerung der stationären Angebote vom Standort Spaichingen an den Standort Tuttlingen aus medizinischen, organisatorischen, personellen und ökonomischen Gründen. Durch eine Zusammenführung der stationären Angebote könne eine interdisziplinäre Vernetzung und Spezialisierung in einem leistungsfähigeren und breiter aufgestellten Klinikum ermöglicht werden. Vor allem im Sinne einer bestmöglichen Versorgungsqualität für die Menschen im Landkreis Tuttlingen empfiehlt der Gutachter eine schnellstmögliche Umsetzung dieses Vorschlags.

Darüber hinaus empfiehlt das Gutachten eine Weiterentwicklung des Standorts Spaichingen im ambulanten Bereich durch den Aufbau einer neuen sektorenübergreifenden Versorgung ergänzend zum heutigen MVZ. Mit Schwerpunkt auf allgemeinärztlichen, internistischen und hausärztlichen Angeboten könne die klassische ambulante Versorgung um eine erweiterte ambulante Versorgung (EAV) ergänzt werden. Dazu gehöre auch eine bettenführende Einheit mit acht bis 15 Betten zur wohnortnahen medizinischen und pflegerischen Versorgung. Dieser Ansatz biete die Chance, der zunehmenden Ambulantisierung gerecht zu werden. Zudem biete er neuen Hausärzt*innen Anreize, im nördlichen Landkreis tätig zu werden, ohne sich selbständig machen zu müssen und mit der Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeitgestaltung.

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