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Gelungenes Sommertheater im Freilichtmuseum Neuhausen 23.07.2012 


Vier gelungene Auftritte hat das Stück „Mitten im Dorf oder der Krämer als Eigenbrötler“ im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck gefeiert. Mehr als 100 Mitwirkende des Stettener Sommertheaters spielten unter der Regie von Stefan Hallmayer vom Theater Lindenhof Melchingen auf dem Dorfplatz und vor dem vor einigen Jahren ins Freilichtmuseum versetzten Kaufhaus Pfeiffer aus Stetten a. k. M.

Mitten im Dorf Stetten am kalten Markt stand das Kaufhaus Pfeiffer mit dem Besitzer und Kaufmann Franz Pfeiffer. Bis zu seinem Tod 1995 war das Kaufhaus die Kommunikationszentrale der Dorfbewohner. Die Leute kamen nicht nur in den Laden, um einzukaufen, sondern auch um ihre Anliegen und Sorgen mit dem Eigenbrötler, Junggesellen, Pazifisten, Natur- und Tierliebhaber zu besprechen und sich Rat bei ihm zu holen. Ein junges schwangeres Mädchen heult sich ebenso beim Pfeiffer-Franz aus, wie ein Ehepaar, das seinen Ehestreit bei ihm austrägt und demonstrierende Jugendliche, die für ein Jugendhaus kämpfen.

Die Fasnetszeit in den 70er-Jahren hatte für den leidenschaftlichen Tänzer Franz und für die Bevölkerung eine wichtige Bedeutung. Das närrische Treiben ließ die Fieberkurve im Ort dramatisch ansteigen und so war es nicht verwunderlich, dass der Hausball ins Unendliche ausuferte. Durch zahlreiche Zwischenfälle wurde so Verborgenes und Verdrängtes ans Tageslicht befördert.

Spaß und Ernst wechselten sich ab. Leben und Sterben gingen Hand in Hand. Lieben und Leiden standen beieinander. Mit den Schülern, einem Zugposaune blasenden Straßenkehrer Luigi sowie streikenden Jugendlichen, gegen Abtreibung demonstrierenden Frauen oder den Stammtischbrüdern, die über den Pfeiffer-Franz, der auf seinen Spitznamen gar nicht gut zu sprechen war, wahre Schauermärchen von sich gaben, wurde das zweistündige Stück ein grandioser Erfolg.

Mit dem Tod von Franz Pfeiffer, der nach einer Fasnachtsveranstaltung im Dunkeln des Dorfplatzes verschwand, endete zwar das Stück, nicht aber die kuriose Geschichte um den Pfeiffer-Franz und sein Kaufhaus. Letzteres wird auch weiterhin im Freilichtmuseum für Geschichten über einen bemerkenswerten dörflichen Treffpunkt sorgen.

Sommertheater im Freilichtmuseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landrat Stefan Bär dankte den Theaterleuten für eine derartige Aufführung, die es in der Größe und in einer solchen Besetzung noch nie im Freilichtmuseum gegeben hatte. Auch die Macher hinter der Kulisse vergaß Bär nicht zu erwähnen. Regisseur Stefan Hallmayer und Autor Franz X. Ott vom Theater Lindenhof sowie der Produktionsleiterin Claudia Mogg vom Förderverein attraktive Region Stetten am kalten Markt und dem Museumsteam um Walter Knittel galt der besondere Dank des Landrats: Ohne deren erstklassige Leitung wäre eine Aufführung nicht möglich gewesen.

Zum Schluss erhielt jede am Theaterstück beteiligte Person vom Museumsteam eine Blume als Dank für die gelungene Premiere. Nachdem alle Akteure die Bühne verlassen hatten, nahm Museumskulturwissenschaftler Christof Heppeler die Besucher noch auf eine virtuelle Reise durch den Kaufladen und den Gemächern vom Pfeiffer-Franz mit. 
 

Weitere Infos zum Sommertheater gibt es auch im Internet unter www.freilichtmuseum-neuhausen.de.


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