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Pressemitteilungen
26.07.2017

Seniorengipfel im Landkreis Tuttlingen

Im Beisein von über 80 Vertretern aus Kommunen, des Kreistages, von Einrichtungen der Altenhilfe, Nachbarschaftshilfe und Seniorenvereinigungen eröffnete Landrat Stefan Bär am Dienstag, 25. Juli, in der Schloß-Halle in Wurmlingen den Seniorengipfel des Landkreises Tuttlingen. Der Seniorengipfel war gleichsam die Verabschiedung der Seniorenpolitischen Rahmenkonzeption und der Auftakt zur Umsetzung deren Empfehlungen.

„Von Handlungsempfehlungen zu einem Handlungskonzept“, so beschrieb Landrat Bär den Prozess und die intensive Arbeit in den letzten Monaten, die nun zu den ersten fünf konkreten Vorhaben führt. Diese Vorhaben wurden mit zahlreichen Akteuren intensiv beraten und zuletzt in einer Arbeitsgruppe mit delegierten Bürgermeistern abgestimmt. Im Herbst wird sich abschließend der Kreistag damit befassen und darüber entscheiden.

Bevor die einzelnen Vorhaben vorgestellt wurden, beschrieb Alexandra Klein vom Kommunalverband für Jugend und Soziales in einem Impulsvortrag mögliche Wege zur „seniorenfreundlichen Kommune“ aus Perspektive des Landes.
Daran anschließend berichtete Bürgermeister Klaus Schellenberg aus der Gemeinde Wurmlingen, die sich seit vielen Jahren mit zahlreichen Initiativen und Projekten auf den Weg gemacht hat und inzwischen auch landesweit als Modellgemeinde in Sachen „Seniorenfreundlichkeit“ bekannt ist. Aktuell steht in Wurmlingen der Bau einer anbietergestützten Wohngemeinschaft in Kooperation mit dem Nachbarschaftshilfeverein an.

Sozialdezernent Bernd Mager und Sozialplaner Wolfgang Hauser präsentierten im Anschluss die fünf geplanten Vorhaben, die in einem ersten Schritt gemeinsam umgesetzt werden sollen:
1.     In Verantwortung der Kommunen sollen in allen Kreisgemeinden sogenannte Kommunale Seniorengipfel stattfinden. Damit sind beteiligungsorientierte Planungsprozesse gemeint, die dem Leitbild der seniorenfreundlichen Kommune folgend, zu örtlichen Vorhaben und niederschwelligen Angeboten führen können. Der Landkreis möchte durch Moderation und Begleitung diese  Entwicklungsprozesse anregen und  mitgestalten.
2.    Nachbarschaftshilfen leisten einen wichtigen Beitrag bei der Versorgung von Menschen in der eigenen Häuslichkeit. Zur Unterstützung und Anerkennung dieser Arbeit möchte der Landkreis ein kleines Förderprogramm auflegen, mit dem die Nachbarschaftshilfe unbürokratisch in ihrer Qualifizierung und Weiterentwicklung gefördert werden.  
3.    Ein weiteres Förderprogramm soll zur Förderung neuer Wohnformen aufgelegt werden. Mit einem Umfang von jährlich 100.000 Euro sollen örtliche Vorhaben bezuschusst werden. Die Förderung erfolgt dabei pro Platz und auf drei Jahre begrenzt. Die Initiatoren erhoffen sich dadurch einen Impuls für gemeindenahe und integrierte Wohnangebote in kleinen Gemeinden.
4.    Ein großer Nachholbedarf besteht beim Aufbau von Angeboten der Kurzzeitpflege. Dabei geht es sowohl um akute Kurzzeitpflege, um Kurzzeitpflege zur Entlastung und um „Übergangspflege“ als Leistung der Krankenkassen z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt. Mit diesem komplexen Aufgabenfeld werden sich unter Leitung des Landekreises die Netzwerke der Leistungserbringer beschäftigen und dazu Planungsaufträge erhalten.   
5.    Zur Umsetzung der laufenden Projekte, wie z.B. Technikunterstützung,  Wohnberatung und Erwachsenenschutz, und neuer Vorhaben ist ein personeller Ausbau der Altenhilfefachberatung notwendig. Momentan scheint ein Ausbau um eine 0,5 Stelle ausreichend.

Den Abschluss des Seniorengipfels bildeten Stellungnahmen des Kreisseniorenrates, der Stiftung St. Franziskus als einer Stimme der stationären Anbieter sowie der Seniorenunion. Bei all diesen Partnern fand die Seniorenpolitische Rahmenkonzeption und die vorgestellten Vorhaben breite Unterstützung. Geäußerte kritische Anregungen laden zur weiteren Auseinandersetzung und Zusammenarbeit ein.

Landrat Stefan Bär bedankte sich abschließend bei allen Anwesenden und Beteiligten für die Zustimmung und verwies auf die kommenden Beratungen im Kreistag.